Donnerstag, 26. November 2020, 11:58 Uhr
von Uwe

Augen zu – Gedanken zum Black Friday

Wir wissen nicht, wer wir sind. Wir wissen nicht, wie die Welt funktioniert, in der wir leben. Wir wissen nicht, wie sie sich verändern lässt. Solche Unsicherheiten begleiten uns alle. Oder nicht? Testen wir’s Mal, gleich jetzt und hier.
Bild von pisauikan auf Pixabay

Los geht‘s:

Nimm kurz die Hände von der Tastatur oder steck Dein Smartphone ein.
Schließ die Augen und konzentrier Dich auf Deinen Atem.
10, 20, 30 Sekunden.
Öffne die Augen wieder.

Wie hast Du Dich gefühlt? Sicher, stark, selbstbewusst, einfach richtig? Oder unsicher, schwankend, suchend?

Was macht das kurze Innehalten mit uns?

Wir fallen plötzlich aus dem Leben. Denn Leben ist Handeln. Das merken wir schon daran, dass Stillstand so schwer auszuhalten ist. Sogar nur 30 Sekunden lang. Beispiele liefert der Alltag unter dem Stichwort „Netflix statt Nichtstun“.

Alles, einfach alles, drängt uns zum Handeln, von konkreten Bedürfnissen (Essen, Trinken, Sex) bis zum Wunsch, uns selbst zu verwirklichen. Oft sind’s auch andere Menschen. Oder die Werbung. Das war schon immer so.

Doch es gibt noch etwas anderes. Eine treibende Kraft in uns. Oder eher ein Gefühl, einen Impuls, einen Reflex. Es ist schwer zu greifen. Leider versuchen wir’s auch gar nicht. Und das hat möglicherweise fatale Folgen.

Kann man es beschreiben, aufschreiben? Vielleicht so, in aller Verkürzung:

Wir versuchen, eine Leere zu füllen. Diese Leere, die wir spüren, wenn wir am hellichten Tag eine halbe Minute die Augen schließen.

Was das mit dem Black Friday zu tun hat? Ihr ahnt es schon. Aus der Leere entsteht der Konsumwunsch in all seinen Spielarten (Essen, Trinken, Shopping). Ich kaufe, also bin ich. Damit ist sehr verkürzt ausgedrückt, dass wir in einer Konsumgesellschaft leben.

Mehr dazu und zur Konsumkritik in der Wikipedia.

Brauche ich das wirklich?

Es gibt zahllose Argumente gegen den übermäßigen Konsum, nicht nur rund um die Schonung unserer natürlichen Ressourcen. Kurz gesagt: Er macht die Erde krank und uns gleich mit. Doch beim Konsum geht es wie bei der Klimakrise: Wir wissen um die Gefahr, handeln aber nicht danach.

Dabei müssen wir nur kurz die Augen schließen.

Das nächste Mal, wenn wir vor dem Rechner sitzen und etwas kaufen wollen.
Das nächste Mal, wenn wir im Restaurant vor der Speisekarte sitzen.
Das nächste Mal, wenn wir die Autoschlüssel in die Hand nehmen.
Das nächste Mal.

Wir schließen die Augen und überlegen uns zwei Dinge.

Erstens: Muss das, was ich vorhabe, jetzt wirklich sein?
Zweitens: Was könnte ich stattdessen tun?

Die zweite Frage ist die schwierigere. Aber nur mit ihr schaffen wir es, dem Impuls zu widerstehen. Vielleicht nicht beim ersten Mal. Vielleicht fällt uns einfach nichts ein. Aber es gibt Antworten. Und es ist wirklich, wirklich einfach, sie zu finden.

Mach die Augen zu. Denk darüber nach, was Dich belastet. Stell Dir eine Zukunft vor, in der es Dir besser geht. Wie sieht sie aus? Was tust Du? Worauf hast Du verzichtet und wie hat sich das ausgewirkt?

Zu schwierig? Egal, mach die Augen zu. Die Gedanken kommen dann schon von selbst. Wichtig ist nur: Wenn wir unser Handeln verändern wollen, müssen wir die Augen schließen. Um sie dann für neue Möglichkeiten zu öffnen. Oder, mit Blick auf unsere Einstiegsfragen:

Um zu erkennen, wer wir sind.
Um unsere Umwelt zu erkennen.
Um die Welt zu verändern.

Bist Du bereit? Dann mach die Augen auf. Und den ersten Schritt.

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