Sonntag, 21. Februar 2021, 14:38 Uhr
von Uwe

Unser Programm fürs Klima – Teil 06: Bauwirtschaft und Heizung

Willkommen zum Wahlprogramm! In dieser Serie stellen wir Euch unsere Themen, Ideen und Lösungsansätze zur Klimakrise vor, von der Klimaabgabe bis zur Bürger*innen-Beteiligung. Wählt am 14. März die KlimalisteBW!

Bisher erschienen:
Teil 01: Klimaschutzziele
Teil 02: Energiewende
Teil 03: Mobilität
Teil 04: Landwirtschaft
Teil 05: Gesunde Ernährung

Was wird gebaut? Wie wird gebaut? Und wie lässt sich neuer Wohnraum schaffen? Gerade in Baden-Württemberg, das als Land der Häuslesbauer*innen (und Bausparer*innen) gilt, lösen Fragen wie diese oft hitzige Debatten aus. Zuletzt gab es jede Menge Aufregung, weil die Grünen angeblich einen Baustopp für Einfamilienhäuser vorgeschlagen hatten. War natürlich nicht so, wie sich in unserem aktuellen Wochenrückblick nachverfolgen lässt. Aber ähnlich wie das Thema Ernährung touchiert das Thema Wohnen in besonderer Weise die Privatsphäre. Das führt verständlicherweise oft zu ablehnenden Reaktionen, wenn Vorschläge zur künftigen Gestaltung von Wohnräumen gemacht werden.

Klimaneutrales Wohnen

Die KlimalisteBW will die zur Bekämpfung der Klimakrise nötige Transformation nicht gegen die gesellschaftliche Mehrheit erreichen, sondern mit ihr. Das gilt auch für das Thema Bauen. Wir setzen zuallererst auf Anreize und Förderung, nicht auf Verbote. Das Ziel ist im Wahlprogramm klar formuliert:

„Klimaneutrales Wohnen muss für alle zur Selbstverständlichkeit werden und um die Klimaziele zu erreichen, müssen die Gebäude im Land bis spätestens 2030 klimaneutral sein.“

Um das zu erreichen, sind zwei Dinge notwendig: Die Umstellung der Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien sowie eine umfassende energetische Sanierung. In einem Klimaschutzplan soll dafür eine Quote festgelegt werden. Folgende Einzelmaßnahmen machen die Energiewende beim Wohnungsbau möglich:

  • Erweiterte Klimaausweise statt Energieausweise für alle bestehenden Gebäude.
  • Neu gebaut wird nur noch im Plusenergiehaus-Standard.
  • Umstellung auf nachhaltige Wärmeerzeugung etwa mit Wärmepumpen wird öffentlich gefördert.
  • Keine Mieterhöhungen, keine zusätzlichen Belastungen für Eigentümer*innen.

Öl- oder Gasheizungen sind Auslaufmodelle. Durch die CO2-Bepreisung wird ihr Einsatz unrentabel werden. Wir machen das Heizen mit erneuerbaren Energien kostengünstiger als die Nutzung fossiler Brennstoffe. Außerdem setzen wir auf lokale Energiequellen, die aktuell im Energiemix zu kurz kommen: Solarthermie, Bioenergie, Geothermie, Wärmepumpen, industrielle Abwärme (auch Rechenzentren) und Flusswasserwärme.

Stadtplanung

Aber was ist denn jetzt mit den Einfamilienhäusern? Für den Klimaschutz gilt in allen Bereichen: Es ist besser, vorhandene Ressourcen zu nutzen statt neu zu produzieren. Für den Haus- und Wohnungsbau bedeutet das, Leerstände zu unterbinden und bereits geschaffenen Wohnraum optimal zu nutzen. Wir fördern daher Projekte wie Wohnungstausch sowie den Umzug in kleinere Wohnungen.

Angesichts der demografischen Entwicklung müssen wir den Dialog suchen. Untersuchungen belegen, dass entgegen der vorherrschenden Meinung viele ältere Menschen durchaus bereit sind, ihre Häuser gegen komfortable und altersgerecht eingerichtete Wohnungen zu tauschen.

Wir zitieren hier aus einem Bericht auf merkur.de zu einer Studie des Immobilienentwicklers Pantera in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut YouGov aus dem Jahr 2020:

„Die Studie stellte zudem in der Umfrage fest, dass 53 Prozent der Deutschen durchaus gewillt wären, im Alter in eine kleinere Wohnung zu ziehen und damit den größeren Wohnraum aufzugeben - aber nur bei adäquatem Ersatz. Dabei sind 79 Prozent der Befragten „angemessene Wohnkosten“ am Alterssitz wichtig, aber auch „Spaziermöglichkeiten im Grünen“, „eine breite ärztliche Versorgung in der Nähe“ sowie „fußläufige Einkaufsmöglichkeiten zum täglichen Bedarf“ sollen vorhanden sein.“

Unsere Vorschläge im Wahlprogramm zur Stadtplanung zahlen auch auf die hier formulierten Bedürfnisse ein:

„Unser städtebauliches Leitbild ist die „Stadt der kurzen Wege“ in Form von Quartieren, in der Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten in räumlicher Nähe angeboten werden.“

Das Land Baden-Württemberg soll künftig Bauprojekte fördern, die sich nach den Bedürfnissen der Menschen richten und den Klimaschutz berücksichtigen. Konzepte zur Klimaanpassung sollen verpflichtend werden und vom Land gemeinsam mit den Kommunen entwickelt werden.

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bauwirtschaft und Heizung – das Kapitel im Wahlprogramm

Hier könnt Ihr Euch gleich das gesamte Wahlprogramm herunterladen.

Noch Fragen? Kontaktiert uns einfach, wir freuen uns auf Feedback und konstruktive Diskussionen rund um Klimaschutz und Klimagerechtigkeit.

Fortsetzung folgt – mit Folge 07: Keine Klimagerechtigkeit ohne soziale Gerechtigkeit