Montag, 07. Dezember 2020, 11:14 Uhr
von Uwe

Klima-Kipppunkte und Novemberrekord

Die Sahara war einmal eine grüne Savanne – vor etwa 6.000 Jahren. Dann änderte sich das Klima. Warum das wichtig ist? Weil der Mongolei und teilweise auch Deutschland ähnliche Entwicklungen drohen könnten.

Mongolei. Bild von Herbert Bieser auf Pixabay

Kipppunkt oder Kippelement („Tipping Element“), beides bezeichnet im System unseres Erdklimas eine Entwicklung, durch die sich das Klima schlagartig und dramatisch verändern kann. Laut Wikipedia gehören zu den Kippelementen unter anderem das Schmelzen des arktischen Meereises sowie die Methan- und Kohlendioxidemissionen aus tauenden Permafrostböden.

Eine Gruppe von Forschern (alles Männer) um Peng Zhang, der an der Uni Chonnam in Südkorea und an der Universität Göteborg in Schweden arbeitet, warnt aktuell: In Zentralasien könnte der Kipppunkt beim Klima bereits überschritten sein.

Die sechs Forscher haben Baumringe analysiert und mit dieser Methode die Sommertemperaturen und die Bodenfeuchtigkeit ermittelt – über einen Zeitraum von 260 Jahren.

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht“ unter dem Titel: „Abrupt shift to hotter and drier climate over inner East Asia beyond the tipping point“.

Das Ergebnis in Kürze: Seit den 1990er Jahren gibt es in der Mongolei und im Nordwesten Chinas mehr Hitzewellen. Im Gegenzug nimmt die Feuchtigkeit der Böden sehr stark ab. Jetzt vermuten die Forscher, dass sich diese Entwicklung noch verstärken könnte – bis das Klima sich komplett ändert und Zentralasien sich zu einer Wüste entwickelt. Der Tagesspiegel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Klimawandel auch Deutschland ähnliche Effekte bringen könnte, zumindest „in einigen Regionen im Osten und in der Mitte Deutschlands“. Hier könnte sich durch Dürreperioden der Wald in eine Savanne verwandeln. Dazu könnten lang anhaltende Tiefdruckgebiete zu Hochwasser führen.

tagesspiegel.de: Klima in Zentralasien könnte Kipppunkt überschritten haben

Wärmster November seit Beginn der Aufzeichnungen

Klimakrise ist jetzt, das zeigt nicht nur die Studie zu Zentralasien. 2020 gab es den weltweit wärmsten November seit Wetterdaten aufgezeichnet werden. Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus ermittelt diese Daten und warnt: „Alle politischen Entscheidungsträger sollten diese Aufzeichnungen als Alarmglocken betrachten“. Insbesondere gelte es, das in Paris vereinbarte Klimaziel einzuhalten.

tagesschau.de: Wärmerekord im November