Montag, 12. April 2021, 10:17 Uhr
von Uwe

Neuer CO2-Rekord: 421 ppm – jetzt handeln oder untergehen!

Der ganz normale Klimawahnsinn lässt sich in einem Wert ausdrücken: 421.21 parts per million (ppm). So hoch war der Anteil an Kohlendioxid in unserer Atmosphäre am 8. April 2021. Nur sofortiges Umsteuern kann die Klimakatastrophe noch aufhalten.

Die Frage ist, was trauriger ist: der bislang unaufhaltsame CO2-Anstieg seit dem vorindustriellen Zeitalter oder die fehlenden Reaktionen darauf. In den klassischen Medien fand die am Mauna Loa Observatory gemessene Rekordzahl wieder einmal kaum Beachtung. Nur bei SPIEGEL Online versteckt sich ein Beitrag hinter der Paywall, dessen Titel leicht irreführend ist: „Wie unsere Atmosphäre zur Müllhalde verkommt“.

Wir empfehlen stattdessen die Analyse auf riffreporter.de, in der die ganze Dramatik der katastrophalen Entwicklung deutlich wird. Das Fazit von Redakteur Christian Schwägerl: „421 ppm heißt: Es gibt keine Ausreden mehr und keine Zeit zu verlieren.“

UN-Generalsekretär António Guterres hat es ebenfalls auf den Punkt gebracht: „Wir führen Krieg gegen die Natur und bringen uns damit selbst um“, warnte er im Dezember 2020. Eine andere Schlussfolgerung lassen die Zahlen nicht zu. Die Grafik zum Rekordwert deckt nur den Zeitraum von Anfang März bis Anfang April 2021 ab. Im folgenden Chart wird der Anstieg der CO2-Konzentration in den vergangenen 1.000 Jahren abgebildet:

Quelle: Universität Cambridge / co2widget.com

Der US-Meteorologe Stefe Bowen zeigt in dieser Grafik die Entwicklung seit 1974:

Quelle: @SteveBowenWx auf Twitter

Vor der Industrialisierung verharrte die CO2-Konzentration bei 278 ppm. 1973 lag der Wert bereits bei 330 ppm. Bis 1999 erhöhte er sich auf 372 ppm. 2020 waren es 416 ppm – und jetzt stehen wir bei 421 ppm.

Das ist ein Rekordwert. Aber der Blick auf den Durchschnitt ist es, der schaudern lässt. Eine Konzentration von über 416 ppm bedeutet mit Blick auf den vorindustriellen Wert: Wir haben bereits den halben Weg zu einer Verdopplung der CO2-Konzentration auf 556 ppm hinter uns. Kommt es bis 2060 tatsächlich zu einer Verdopplung, erhitzt sich die Erde um 2,3 bis 4,5 Grad Celsius, je nach Einschätzung der Klimaexpert*innen.

Was ist passiert? Die CO2-Emissionen sind gestiegen durch Energieerzeugung, Verkehr und Industrie. Etwa die Hälfte des Kohlendioxids verbleibt in der Atmosphäre und führt zur Erderhitzung. Ein Viertel wird in den Ozeanen absorbiert, vergiftet das Wasser und zerstört maritime Ökosysteme.

Die Folgen sehen und spüren wir längst: Ernten fallen aus, der Wald stirbt. Waldbrände häufen sich, ein Hitzerekord jagt den nächsten, die Korallenriffe sterben. Der Meeresspiegel steigt, die Bedrohung für Menschen, die in Küstenstädten leben, steigt mit jedem Prozent, den die CO2-Konzentration zunimmt. 421 ppm CO2, gemessen am 8. April 2021. Wir sollten diese Zahl jedem vorhalten, der beim Klimaschutz den Schongang einlegen will. Denn sie bedeutet letztendlich ganz einfach: Jetzt handeln – oder untergehen.