Samstag, 15. Mai 2021, 18:57 Uhr
von Dr. Guido Mennicken

Spendenaufruf: Die Dürre in Madagaskar und der Klimawandel (von G. Mennicken)

Der Süden von Madagaskar wird gerade von einer Dürre getroffen, die das Leben sehr vieler Menschen akut bedroht. Wie immer sind gerade die Kinder, die wenige körperliche Reserven besitzen, besonders stark betroffen.
Bild von photosforyou auf Pixabay

Die Situation im Inselstaat vor der Küste Mosambiks könnte schlimmer kaum sein. Leider nehmen die Medien hierzulande davon bislang kaum Notiz – Corona überlagert alles. Eine der wenigen Ausnahmen bildet dieser Beitrag auf tagesschau.de: Hunger auf Madagaskar: „Nur noch Haut und Knochen“.

Wir wenden uns daher heute mit der Bitte an Euch, die Menschen dort nicht zu vergessen und an eine der bekannten Hilfsorganisationen zu spenden. Unter anderem sind das Rote Kreuz und die Welthungerhilfe vor Ort aktiv, hier findet Ihr alle Infos:

drk.de: Madagaskar: Einsatz für bedrohte Gemeinden“

Hungersnot – schlimmste Dürre seit 40 Jahren bedroht Menschen in Madagaskar

Klimawandel und Hungersnot – Mögliche Zusammenhänge
Auch die Hungersnot in Madagaskar könnte ein Beleg dafür sein, dass bereits heute Menschen durch den Klimawandel sterben. Es gibt einen noch jungen Wissenschaftszweig, der sich mit Fragestellungen wie dieser beschäftigt:

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelnes Ereignis, etwa eine Dürre, in einem bestimmten Land ebenso ohne den menschengemachten (anthropogenen) Klimawandel aufgetreten wäre? Oder andersherum, um wie viel wahrscheinlicher ist dieses Ereignis durch die Erderhitzung geworden? Diese Wissenschaft heißt „Attribution Science“ oder im Deutschen „Zuordnungsforschung“. Sie liefert aufgrund aufwendig berechneter Modelle Aussagen zu den genannten Fragen.

Die Ereignisse in Madagaskar sind noch zu neu, als dass hierfür finale Ergebnisse vorlägen. Doch es gibt vergleichbare Ereignisse, die bereits untersucht wurden. So wurde die Dürre im südafrikanischen Lesotho im Jahr 2007 wissenschaftlich analysiert. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass der anthropogene Klimawandel einer der entscheidenden Faktoren für die Dürre und die resultierende Lebensmittelknappheit war (Verschuur, J., Li, S., Wolski, P. et al. Climate change as a driver of food insecurity in the 2007 Lesotho-South Africa drought. Sci Rep 11, 3852 (2021).)

Der Nachweis eines direkten Zusammenhangs ist stets schwierig zu führen. Weltweit beobachten wir aber die eindeutige Zunahme von Extremwetterereignissen. Die Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung sind dabei auch von Faktoren wie finanziellen Ressourcen, medialer Aufmerksamkeit, Infrastruktur usw. abhängig. In Madagaskar sind all diese Voraussetzungen denkbar schlecht und so sind viele Menschen auf unsere sofortige Hilfe angewiesen. Vielen Dank für Eure Unterstützung!