Freitag, 02. April 2021, 08:04 Uhr
von Uwe

Klima-Links der Woche: Fahrrad- und andere Wege zur Klimaneutralität

Im Wochenrückblick gibt es den aktuellen Stand zu den Sondierungsgesprächen in Baden-Württemberg. Außerdem einen grünen Leitmarkt, neue Wege zur Energiewende, ein schwimmendes Solarkraftwerk in Singapur und einen Shitstorm. Schönes Wochenende!

Themenfelder der Woche: Politik, Aktionen, Geld und Gerechtigkeit, Energie, Verkehr, Umwelt und Ernährung, Bauen und Wohnen.

Politik

Grün-Schwarz: Winfried Kretschmann hat sich scheinbar durchgesetzt, die Grünen im Land werden die Koalition mit der CDU fortsetzen. Details zu den in den Sondierungsgesprächen vereinbarten Maßnahmen für mehr Klimaschutz gibt es aktuell noch nicht (Stand: Freitag, 07:55 Uhr).
tagesschau.de: Grüne wollen weiter mit CDU regieren

Klimagerechtigkeit hat der indische Energieminister Raj Kumar Singh auf einer Konferenz der Internationalen Energieagentur eingefordert. Er kritisierte den US-Klimabeauftragten John Kerry, EU-Klimakommissar Frans Timmermans und Chinas Energieminister Zhang Jianhua dafür, dass reiche Länder Klimaneutralität erst in den Jahren 2050 oder 2060 anstreben würden. „Was Sie in den nächsten fünf Jahren machen, das wollen wir wissen“, sagte Singh laut der taz.
taz.de: Indien geht auf Konfrontationskurs

Hopp oder Top? Klimaschutzmaßnahmen könnten einen transatlantischen grünen Leitmarkt schaffen. Die Eckpfeiler skizzieren Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, und Manish Bapna, Vizepräsident des World Resources Institute.
zeit.de: Kipppunkt für den Klimaschutz

Beim Klimaschutz liegt Heidelberg nach Aussagen der Politiker*innen ganz vorn. Dieser Podcast zeigt, wie weit bei Themen wie Energie und Verkehr derzeit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Zu Wort kommt unter anderem unser Vorstandsmitglied Dr. Friederike Benjes zum Thema Fahrradwege.
swr.de: Klimaschutz – Warum deutsche Städte zu wenig tun

Aktionen

Die Initiative „Klima vor acht“ spricht mit RTL über ein regelmäßiges Format, das Themen rund um den Klimaschutz aufbereiten soll. Der Sendetermin soll im Umfeld der Hauptnachrichtensendung „RTL aktuell“ liegen. Die ARD zögert seit einem Jahr, ein entsprechendes Format ins Programm zu nehmen.
spiegel.de: „Klima vor acht“ spricht mit RTL über regelmäßiges Format

Geld und Gerechtigkeit

EUCashAwards, Geldpolitik, Aktien und die Klimakrise: Hier gibt's einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen und Studien rund um die Auswirkungen europäischer Finanzpolitik auf den Klimaschutz.
taz.de: Glanz und Elend der Billionenflüsse

Das Joint Research Center (JRC), wissenschaftlicher Dienst der EU-Kommission, zählt Investitionen in Atomkraft angeblich als grüne Geldanlage. Das behauptet die taz und bezieht sich auf einen bislang unveröffentlichten Bericht, der ihr vorliege. Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses, reagierte auf den Report laut taz „enttäuscht und entsetzt“.
taz.de: „Atom ist so grün wie Windkraft“

Energie

Seethermie, Abwärme, künstliche Intelligenz: Diese Dokumentation zeigt neue Wege zur Energiewende.
arte.tv: Wärme dank Hanf und Hightech

Kohlekraftwerke sollen mit importiertem Holz betrieben werden. Klimaschützer*innen laufen Sturm gegen diese Pläne – zum Beispiel in Hamburg.
taz.de: Holz aus Namibia statt Kohle?

Singapur wird durch ein schwimmendes Solarkraftwerk mit Strom versorgt. Über 13.000 Solarpanele wurden verbaut, die eine Leistung von 5 Megawatt liefern.
forschung-und-wissen.de: Schwimmendes Solarkraftwerk versorgt Singapur mit Strom

Einwände abgelehnt: Die Umweltschützer*innen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) fürchten, dass die Pipeline Nord Stream 2 das Meer und Vogelschutzgebiete bedroht. Nachdem ihre Einsprüche abgewiesen wurden, will die DUH jetzt vor Gericht gegen den Bau vorgehen.
taz.de: Bundesamt weist Öko-Einwände zurück

Verkehr

Pop-up-Radwege haben in Bayern einen politischen Streit ausgelöst. In München hat sie der Stadtrat gegen die Stimmen von CDU, AfD und FDP beschlossen. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat sich ebenfalls gegen den Schritt zur Mobilitätswende ausgesprochen.
spiegel.de: Fahrrad sucht Weg

Umwelt und Ernährung

20 Prozent Öko bis 2030: Dieses Ziel hat sich die Bundesregierung für die Landwirtschaft gesetzt. Aktuell werden allerdings weniger als 10 Prozent der Flächen ökologisch bewirtschaftet. Das bedeutet: Die Nachfrage muss gesteigert, mehr Geld in die Forschung gesteckt werden. Und der größte Hebel: In deutschen Kantinen müssen endlich flächendeckend Öko-Produkte zum Einsatz kommen.
tagesschau.de: Öko-Ziel noch weit entfernt

4,2 Millionen Hektar tropischer Regenwald wurden laut einer Studie allein im vergangenen Jahr weltweit zerstört. Dadurch wurden 2,64 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt – das entspricht den Emissionen von 570 Millionen Autos.
tagesschau.de: Regenwälder werden schneller zerstört

Der Studiengang Ökologische Waldbewirtschaftung wird von Beamten und Verbänden mit einem Proteststurm begleitet. Pierre L. Ibisch zeichnet seine Geschichte nach. Der Beitrag ist ebenso lang wie lesenswert – perfekt, falls es an Ostern regnet.
jmwiarda.de: Die wahre Geschichte der Ökologischen Waldbewirtschaftung

Einen Shitstorm handelte sich die Popwelle des Bayerischen Rundfunks ein, als sie Tipps für nachhaltigeren Kaffeegenuss auf Facebook veröffentlichte. Die Milchlobby ließ sogar Kinder antreten, um einen inhaltlich vollkommen richtigen Hinweis zu torpedieren: Soja- oder Hafermilch sind nun einmal klimafreundlicher! Aber was macht Bayern 3: schreibt eine Entschuldigung und löscht den Beitrag.
volksverpetzer.de: Bayern3 löscht Fakten

Bauen und Wohnen

Das Netzwerk „Aktiv für Architektur“ setzt sich für den Erhalt von Immobilien ein. Was viele nicht wissen: Das Bewahren der Bausubstanz ist auch besser fürs Klima, wenn die Gebäude durch Sanierung energieeffizienter werden.
taz.de: Eine Frage der Substanz

Macht's gut – und hier noch ein Tipp: Aktuell erreichen nur die Länder Marokko und Gambia die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Klimaziele. Diese Info stammt vom Klimamonitor der Süddeutschen Zeitung. Dort werden relevante Daten gesammelt und aufbereitet, etwa das verbleibende CO2-Budget, das zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels nicht überschritten werden darf. Schöne Ostertage!
Klimamonitor der Süddeutschen Zeitung