Samstag, 30. Januar 2021, 07:50 Uhr
von Uwe

Klima-Links der Woche: Wir sind die 66,6 Prozent!

Im Wochenrückblick geht es um eine Millionen-Umfrage, den Klima-Risiko-Index, 28 Billionen Tonnen Eis und so vieles mehr, dass wir erfreut feststellen: Die Klimakrise wird endlich überall zum Top-Thema! Schönes Wochenende!

Für uns eindeutig die Meldung der Woche: 1,2 Millionen Menschen weltweit wurden befragt, ob sie sich durch den Klimawandel bedroht fühlen – und zwei Drittel davon sagten, dass die Welt vor einem Klimanotstand steht. Die Befragung wurde vom Uno-Entwicklungsprogramm und der britischen Oxford University durchgeführt. „Die große Mehrheit derer, die einen Klimanotstand erkennen, wollen dringende und umfassende Maßnahmen“ sagt Stephen Fisher, Soziologe an der Uni in Oxford. Eine bessere Motivation für den laufenden Wahltanz können wir uns nicht wünschen. Wir sind die 66,6 Prozent!
spiegel.de: Zwei Drittel der Menschen sehen Klimakrise als „globalen Notfall“

Fast eine halbe Million Menschen sind in den vergangenen 20 Jahren durch die Folgen extremer Wetterereignisse ums Leben gekommen. Das steht im Klima-Risiko-Index von Germanwatch. Die Denkfabrik hat ermittelt, dass Menschen in den ärmsten Ländern am schwersten von Dürren, Stürmen oder Überflutungen betroffen sind.
tagesschau.de: Wetterextreme treffen die Ärmsten

Rückblick II: Britische Forscher*innen haben errechnet, dass die Erde seit 1994 bereits 28 Billionen Tonnen Eis verloren hat. Durch den Eis-Verlust auf den Landflächen sei der Meeresspiegel um etwa 35 Millimeter angestiegen. Die Forscher sehen als Ursache hauptsächlich die Erderwärmung.
heise.de: Klimawandel: Die Erde verlor seit 1994 mindestens 28 Billionen Tonnen Eis

Klimaschutz im Alltag: In Deutschland gibt es etwa 1.300 Klimaschutzmanager*innen. Was sie in Städten und Kommunen tun, lest Ihr in dieser Reportage:
tagesschau.de: Die grünen Engel der Kommunen

Macht Joe Biden Ernst mit dem Klimaschutz? Zumindest will der neue US-Präsident die Klimapolitik zum zentralen Element seiner Außen- und Sicherheitspolitik machen. Er hat außerdem eine Maßnahmen-Liste für die USA vorgestellt. Sie umfasst unter anderem eine Verdopplung der Energiegewinnung aus Windkraft und will Subventionen für Öl- und Gasförderung kappen. Auch das Thema Klimagerechtigkeit hat sich Biden auf die Fahne geschrieben (siehe auch das Zitat am Ende dieses Wochenrückblicks).
tagesschau.de: Biden will Klimaschutz für alle

Der Blaue Engel für Rechenzentren soll helfen, den Energieverbrauch zu reduzieren und klimaschädliche Kühlungen zu vermeiden. Die Bundesregierung versucht laut freitag.de, mit Milliardenaufwand ihre IT zu modernisieren. Trotzdem hat nur eines von insgesamt 177 Zentren der Bundesverwaltung den Blauen Engel. Klimafakt: Laut einer Studie des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson ist die IT-Technologie für 1,4 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Deutschland ist der drittgrößte Standort für Rechenzentren weltweit.
freitag.de: Keine Blauen Engel

Der Markt soll's richten: Hans Lawitzke, Autoexperte und Gewerkschafter, stellt im taz-Interview eine ebenso simple wie überraschende These auf: Elektroautos seien schlicht besser als Verbrenner. Sie würden sich daher wesentlich schneller durchsetzen als bislang vermutet. Er erläutert am Beispiel Norwegen (E-Anteil schon jetzt 50%!), welche Faktoren dazu beitragen, das Ende von Diesel und Benziner zu beschleunigen.
taz.de: „Wir sehen eine enorme Dynamik“.

Machtgedanken: Ulrich Schulte skizziert in der taz, was im Fall eines Grünen-Wahlsiegs bei der Bundestagswahl 2021 geschehen würde. Seine Einschätzung: „Was von den üblichen Verdächtigen gerne als angebliche Ökodiktatur diskreditiert wird, wäre in Wirklichkeit eine behutsame Modernisierung.“ Wir ergänzen hier Mal: ... und damit zu wenig, um entscheidende Schritte gegen die Klimakrise schnell zu gehen. Schulte zeigt, wo aus seiner Sicht das Problem liegt: Der Glaube an ein „grünes Wachstum“, welches uns erlaubt, den bisherigen Lebensstandard beizubehalten, hat aktuell keine Basis in der Realität. Diese traurige Wahrheit würde seiner Meinung nach auch eine Grünen-Regierung der Bevölkerung verschweigen.
taz.de: Wenn die Grünen regieren

Kein Rückenwind: 1.400 Megawatt – mehr Windkraft-Power ist 2020 nicht neu ans Netz gegangen. Zum Vergleich: zwischen 2013 und 2018 waren es laut tagesschau.de im Jahresschnitt 4.000 Megawatt. Hauptgrund für die Probleme: Bürger*innen klagen gegen Windanlagen.
tagesschau.de: Die große Flaute

Solar-Potenzial abseits vom Dach: Die Klimareporter weisen darauf hin, dass sich Solarpanele auch an Hauswänden befestigen lassen.
klimareporter.de: Strom von der Hauswand

Alles auf Grün in China? Leider nicht, denn das Land setzt weiter auf Kohle:
tagesschau.de: China setzt weiter voll auf Kohle

Pilotprojekt vor Helgoland: Die taz fasst zusammen, wie die Bundesregierung den „grünen Wasserstoff“ fördert.
taz.de: Grüne Wasserstoffenergie

Mal überspitzt ausgedrückt: Keine Sau kümmert sich auf Bundesebene um den Ausbau der Radwege!
taz.de: Geld ausgeben schwer gemacht

Emissionen als Humus speichern? Klingt super und könnte sogar funktionieren.
sueddeutsche.de: Abgase in den Boden

Acht Verbände machen Druck: Die Bahn soll endlich mehr Mittel bekommen, um den Investitionsstau zu beenden und eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene zu fördern.
taz.de: Mehr Geld für die Bahn

Höfesterben in der Landwirtschaft: Nicht alle Bauern beklagen sich zu Recht über den Niedergang der kleinen Betriebe. Schuld sind unter anderem Überproduktion und EU-Fördergelder, die nach Fläche vergeben werden.
taz.de: Viele Bauern haben selbst Schuld

Auch über die Klimaliste BW wird intensiv berichtet. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir die Belege der gedruckten Ausgaben hier nicht zeigen. Daher begnügen wir uns mit Online-Beispielen (teilweise hinter einer Paywall):

rottweil-inside.de: KlimalisteBW Rottweil für die Landtagswahl zugelassen

die-stadtredaktion.de: Kein Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise

schwarzwaelder-bote.de: Zwei weitere Alternativen

Macht's gut – und nicht vergessen: