Donnerstag, 07. Januar 2021, 14:42 Uhr
von Uwe

Oberschwaben: Klimaretter*innen gesucht

Wachstum statt Wald? Dass grüne Volksvertreter*innen diese Strategie in ihren Gemeinden oder landesweit unterstützen, sorgt bei Betroffenen für enormen Frust – und beschert der KlimalisteBW viel Unterstützung, wie Beispiele aus Oberschwaben zeigen.
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In unserer beliebten Serie „Warum braucht es die KlimalisteBW?“ stellen wir heute gleich zwei Fälle vor. Wir verdanken Sie einem Beitrag des Onlinemagazins BLIX, in dem auch die sechs Kandidat*innen der KlimalisteBW in Oberschwaben zu Wort kommen:

Die Muntermacher

Beispiel 1: Altdorfer Wald

Der Altdorfer Wald umfasst 9.000 Hektar, er ist damit das größte Waldgebiet in Oberschwaben. Elf Hektar sollen gerodet werden, damit Kies abgebaut werden kann. Dagegen wehrt sich der Verein „Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald“, der dabei nicht auf Hilfe der Grünen hoffen kann. Ministerpräsident Kretschmann halte sich raus, heißt es in dem BLIX-Beitrag. Der Ravensburger Landtagsabgeordnete und Sozialminister Manne Lucha unterstützt immerhin auf dem Papier eine alternative Lösung, die den Ausbau bestehender Kiesgruben vorsieht (diese Info fehlt im BLIX-Beitrag). Laut BLIX habe er es aber an der Unterstützung der Bürgerinitiative fehlen lassen, die bereits 13.000 Unterschriften zum Schutz des Waldes gesammelt habe.

Beispiel 2: Gewerbegebiet im Risstal

Im Risstal bei Warthausen soll ein 45 Hektar großes Gewerbegebiet entstehen. Die Bürger*innen der umliegenden Ortschaften fürchten mehr Verkehr und Flächenversiegelung, sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, die auf die ökologische Bedeutung des Risstals hinweist: „Das Risstal bei Warthausen ist ein ökologischer Klein-Kosmos, Wasserschutzgebiet und Rückhalteraum bei Starkregenereignissen. Eine industrielle Bebauung zerstört seine gesamte Funktionsfähigkeit: „Wasser, Moore, CO2-Speicher“ – und ist eine Umweltsünde in nicht absehbarem Ausmaß!“ Die Kritik der Naturschützer*innen trifft insbesondere den ersten grünen Bürgermeister der Republik: Elmar Braun ist seit 1991 im Amt. Er unterstützt laut dem BLIX-Beitrag den Bau des Gewerbegebiets, dazu die Rodung von 45 Hektar Wald für den Kiesabbau im Waldgebiet Herrschaftsholz. Seine Argumentation werden wir so oder ähnlich im Landtagswahlkampf noch öfter hören: „Als Bürgermeister muss ich alle Seiten abwägen."

Im BLIX-Beitrag kommt der „grüne Stammwähler“ Helmut Fimpel zu Wort, der seiner lange bevorzugten Partei ein miserables Zeugnis ausstellt. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Petra Krebs aus Wangen habe seine Kritik mit dem Spruch gekontert: „Welche Alternative haben Sie?“ Fimpels Antwort dürfte ihr nicht gefallen haben: Er ist Gründungsmitglied der Klimaliste in Ravensburg, denn: „Die Grünen sind überholt!“.

Die KlimalisteBW in Oberschwaben

Klimaschutz muss sofort, umfassend und konsequent am 1,5-Grad-Ziel ausgerichtet sein. Diese Auffassung motiviert die sechs Kandidat*innen, die in der Region Oberschwaben für die KlimalisteBW bei der Landtagswahl antreten wollen. Saskia Mayer (Ravensburg), Rainer Deuschel (Wangen), Peter Zeger (Sigmaringen), Sophie Richter (Ehingen), Dominic Bartl (Ulm) und Prof. Dr. Georg Nuoffer-Wagner (Biberach) lassen im BLIX-Beitrag keinen Zweifel daran, dass wir uns einer existenziellen Bedrohung gegenübersehen. Sie fordern daher schnelle Maßnahmen wie eine Erhöhung des CO2-Preises ebenso wie ein grundsätzliches Umdenken. „Für uns junge Menschen hat der Klimaschutz eine herausragende Bedeutung, und manchmal scheint es, als haben die Grünen dies aus dem Blick verloren", sagt Saskia Mayer. „Man kann Wohlstand nicht bewahren, indem man unsere Lebensgrundlagen zerstört.“

Hier gibt's mehr Infos zu den Kandidat*innen der KlimalisteBW in allen Wahlkreisen