Samstag, 03. April 2021, 07:45 Uhr
von Uwe

Petition: Ausbau der B 27 stoppen!

Verkehrswende? Nie gehört! Das Regierungspräsidium Stuttgart will ungeachtet aktueller Diskussionen um Flächenverbrauch und Bodenschutz die Bundesstraße 27 zwischen Aichtal und Leinfelden-Echterdingen/Nord sechsspurig ausbauen.

Das nicht nur von Klimaschützern abgelehnte Projekt hat unser Mitglied Ralf Epple aus dem Wahlkreis Nürtingen veranlasst, hier auf eine Petition hinzuweisen. Er unterstützt damit die Schutzgemeinschaft Filder e.V., eine Bürgerinitiative, die sich auf den Fildern seit über 50 Jahren engagiert – für den Umweltschutz und für den Erhalt wertvoller Lössböden in der Landwirtschaft.

Wir bitten Euch, die Petition zu unterzeichnen:

openpetition.de: Keine weitere Vernichtung von landwirtschaftlichem Boden für den Strassenausbau – Verkehrswende jetzt

Durch den geplanten Ausbau der B 27 auf 9,5 Kilometern könnten etwa 20 Hektar wertvolles Ackerland verloren gehen. Der Lössboden – er ist „Boden des Jahres 2021“ – auf den Fildern ernährt nicht nur die Bevölkerung und ist Lebensgrundlage der Landwirte. Er speichert auch CO2 sowie Wasser und Nährstoffe. Ist der Boden einmal weg, braucht es eine neue Eiszeit, um ihn wieder entstehen zu lassen.

Wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet, sorgen sich die Filderstädter Bauern wegen der Ausbaupläne um ihre Familienbetriebe. „„Das RP baut wie vor 50 Jahren und geht in die Breite. Über Alternativen wurde nicht nachgedacht“, sagte Tobias Briem, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, der StZ.

Straßenplanung gehört auf den Prüfstand

Die KlimalisteBW fordert in ihrem Wahlprogramm, „die Beteiligung des Landes an Neu- und Ausbau von Straßen zu beenden“. Das passt: In der Petition wird gefordert, „nicht allein die B-27 Ausbauplanung auf den Fildern als Teil des Fernverkehrsgesetzes (Bundestag 2016) auf den Prüfstand zu stellen, sondern auch sämtliche anderen Straßenplanungen bundesweit in dem Gesetz unter der Maßgabe des Klimaschutzes zu prüfen.“

Der Ausbau der B 27 ist aus bekannten Gründen umstritten: Neue oder breitere Straßen entlasten den Verkehr nicht, sondern ziehen noch mehr Autos an. Ein Ausbau endet zudem immer irgendwo. Im Fall der B 27 an der Stadtgrenze zu Stuttgart, dadurch sind Staus vorprogrammiert. Der Boom des Home-Office in Corona-Zeiten sorgt außerdem dafür, dass die berechnete Zunahme des Fahrzeugverkehrs ohnehin Makulatur ist.

Die wesentlich bessere Alternative zum Ausbau der Bundesstraße wäre es, endlich die Verkehrswende anzugehen. Zum Beispiel mit einem Tempolimit auf der B 27, das den Verkehr besser fließen lassen würde. Und mit einem S-Bahn-Ringschluss vom Flughafen ins Neckartal sowie dem Ausbau der S-Bahn nach Reutlingen und Tübingen.

Gepaart werden sollten diese Maßnahmen mit der Einrichtung mehrerer Park&Ride-Parkhäuser zur Förderung von Fahrgemeinschaften. Außerdem ist das Radwegnetz rings um die B27 teilweise indiskutabel schlecht. Das liegt daran, dass die Wege weitgehend über die häufig verdreckten und verschlammten landwirtschaftlichen Wege geführt werden. Ein wichtiger Punkt, denn ein hervorragendes Radverkehrsnetz dürfte den umwelt- und klimaschädlichen Ausbau der B 27 verzichtbar machen. Schließlich findet aktuell ein Umdenken statt, das durch moderne E-Bikes gestützt wird, die den Verzicht aufs Auto erleichtern. Bestens ausgebaute Bundesstraßen und ein mieses Radverkehrsnetz passen da nicht zusammen.

Mehr Infos findet Ihr im Petitionstext. Also: Lesen, lernen, unterzeichnen! Vielen Dank!

A propos Verkehrswende: Ralf Epple ist auch Mitglied der Initiative Cycleride. Diese wirbt aktuell für die Radwege-Aktion des SWR:

swr.de: #besserRadfahren im Südwesten – machen Sie mit!

Nach dem Klick könnt Ihr Euch über schlechte Radwege beschweren. Gute Fahrt!

Quelle B 27
Projektbeschreibung „B 27 – sechsstreifiger Ausbau zwischen Aichtal und Leinfelden-Echterdingen/Nord“ des Regierungspräsidiums Stuttgart