Montag, 08. März 2021, 11:02 Uhr

Happy Weltfrauentag! Aber da fehlt was…

Ob es Corona ist oder der Klimawandel – oder einfach nur das Berufsleben: Frauen werden in unserer Gesellschaft und in vielen Teilen der Welt nach wie vor benachteiligt.

Die Ende vergangenen Jahres verstorbene US-amerikanische Frauenrechtlerin und oberste Richterin Ruth Bader Ginsberg hat es auf den Punkt gebracht: „Frauen gehören überall dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden.“ Stattdessen sehen wir überall strukturelle und individuelle Diskriminierung. In Krisenzeiten tendiert die Gesellschaft sogar dazu, das Rad zurückzudrehen. Das lässt sich aktuell in der Corona-Krise auch hierzulande sehr gut beobachten. Von der Klimakrise sind Frauen ebenfalls stärker betroffen, wie sich in diesem Beitrag nachlesen lässt:

unwomen.de: Klima und Gender

Die KlimalisteBW steht für Klimaschutz und Gerechtigkeit. Ohne Gleichberechtigung in allen Bereichen ist diese Klimagerechtigkeit nicht möglich. Wir treten Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, tatsächlicher oder zugeschriebener Herkunft, äußerem Erscheinungsbild, Religion, Weltanschauung, politischer Überzeugung, sozioökonomischem Status, Alter oder Behinderung entschlossen entgegen. Nur über eine Anerkennung und Bekämpfung der komplexen Wirkungsweisen von Benachteiligungen wie Diskriminierung und Armut kann echte Teilhabe-, Chancen-, Bildungs-, Generationen- und Gesundheitsgerechtigkeit erreicht werden.

Zum Weltfrauentag wünschen wir uns keine Blumen, sondern ein Ende der Ungleichheit. Wir wünschen uns Verhältnisse, wie sie heute etwa in Norwegen bereits Realität sind: Dort gibt es paritätisch geteilte Erziehungsarbeit, hervorragende Möglichkeiten zur Kinderbetreuung und einen der niedrigsten Gender Pay Gaps. Die Politik muss handeln, aber gerade in Baden-Württemberg regiert das Patriarchat: Der Landtag hat mit 37 weiblichen und 106 männlichen Abgeordneten den drittniedrigsten Frauenanteil aller Landesparlamente.

swr.de: Wie divers ist der Landtag in Baden-Württemberg?

Beruf, Familie und politische Arbeit – das geht nicht ohne Unterstützung, sei sie finanzieller oder struktureller Natur. Wo bleiben gerechte Vergütungen, wirksame Quoten und Bildungsinitiativen?

Heute ist Weltfrauentag. Wir wünschen den Frauen die nötige Wut und den Zusammenhalt, um weiter für eine gerechte Zukunft zu kämpfen. Vor allem aber wünschen wir uns eine Politik, die Frauen fördert, wie es ihnen zukommt. Dafür treten wir ein – jetzt und nach der Landtagswahl.