Freitag, 04. Dezember 2020, 09:56 Uhr
von Uwe

Klima-Links der Woche: Bis Danni! – und bis in den Amazonas

Thema der Woche ist natürlich der Danni, außerdem blicken wir sorgenvoll auf den Amazonas, inspiriert nach Tübingen – und begeistert dorthin, wo sich die Klimaliste BW für den Landtagswahlkampf aufstellt. Schönes Wochenende!
Bild von Jake Heckey auf Pixabay

Die taz zieht nach vier Wochen Räumung im Dannenröder Forst eine Bilanz und weist darauf hin, dass die Proteste am Wochenende weitergehen. Am Samstag soll eine Aktionswoche starten, auch Mitglieder*innen der Klimalisten werden vor Ort sein. „Die Klimabewegung sei durch die Coronakrise geschwächt worden, aber der Danni sei ihr Comeback gewesen“, wird Charly Linde, eine Sprecherin der Besetzer*innen, zitiert. Das Motto lautet: Wir sehen uns im nächsten Wald!

taz.de: Bis Danni!

Heftig diskutiert wird nach wie vor die Rolle der hessischen Grünen, die als Regierungspartei das Abholzen des Danni mit verantworten – insbesondere, da sie in Tarek Al-Wazir den Verkehrsminister stellen. Die taz lässt in einem Beitrag beide Seiten des Konflikts zu Wort kommen:

taz.de: Pro und Contra – Rechtsstaat vs. Recht haben

Ist „notwendig“ gleich „machen wir“? Die Grünen bewegen sich in Richtung 1,5-Grad-Ziel. In ihrem Grundsatzprogramm heißt es: „Es ist daher notwendig, auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen“. taz.de hat dazu die richtige Frage gestellt: „Nehmen die Grünen den Klimaschutz ernst genug?“

Das Ergebnis: Nicht alle Aktivist*innen sind überzeugt. „Wenn man sich als Klimaschutzpartei und neuerdings auch als 1,5-Grad-Partei wählen lässt, dann geht das nicht mit einer „Weiter so“-Politik“, sagt etwa Svea Fuchs von FFF.

Mehr Antworten gibt’s im Beitrag „Die Grünen haben jetzt die Chance“ auf taz.de.

Bloß nicht nachlassen! Laut der Umweltagentur EEA hat die Europäische Union dieses Jahr zwar zwei ihrer drei Klimaziele erreicht: die Treibhausgas-Emissionen wurden verringert, die Erneuerbaren Energien nach Plan gefördert. Ob Ziel Nummer 3, die Senkung des Energieverbrauchs, erreicht wurde, ist laut EEA noch unklar. Die Agentur weist aber darauf hin, dass die gute Nachricht keinerlei Grund sei, in den Bemühungen um das Erreichen der Klimaziele nachzulassen. Zumal es immer noch Länder gibt, die nicht einmal die selbst gesteckten Vorgaben einhalten. Zu diesen Ländern gehört auch Deutschland.

Im Beitrag auf tagesschau.de gibt es dazu Hintergründe – und es wird klargemacht, dass nicht die Corona-Pandemie ausschlaggebend dafür ist, dass die Ziele erreicht wurden.

tagesschau.de: Zwischen Hoffnung und mahnenden Worten

Erschreckende Zahlen: In Deutschland gab es 2018 mehr Hitzetote als in den meisten anderen Ländern der Welt. Das Wissenschaftsmagazin „Lancet“ hat entsprechende Modellrechnungen von internationalen Forschern veröffentlicht. Danach starben 2018 etwa 20.200 über 65 Jahre alte Menschen in Deutschland an den Folgen der Hitze. Nach reinen Zahlen gerechnet, lagen nur noch China und Indien über diesem Wert. Wir sind geschockt und müssen wieder einmal erkennen: Die Klimakrise ist längst da, wir stecken mittendrin.

tagesschau.de: Immer mehr Hitzetote in Deutschland

Drei Fußballfelder pro Minute: Die Abholzung des Regenwaldes am Amazonas geht mit erschreckendem Tempo voran. Zwischen August 2019 und Juli 2020 wurden 11.088 Quadratkilometer Dschungel zerstört. Nach Angaben der brasilianischen Weltraumbehörde Inpe, die den Regenwald mit Satelliten überwacht, stieg die Abholzung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent. Die gerodete Fläche ist größer als der Inselstaat Jamaika.

dw.com: Alarmierende Abholzung am Amazonas

taz.de nutzt das Thema für einen dringenden Appell:

„Diese Nachrichten sind so schlecht, dass viele Menschen im krisengeschüttelten Jahr 2020 vielleicht dazu neigen, sie nur kurz an sich heranzulassen und dann von sich wegzuschieben. Zu schmerzhaft ist der Gedanke daran, dass gerade der Wald immer kleiner wird, der uns in einer Welt mit zu viel CO2 einen beachtlichen Teil davon abnimmt und es in guten, atembaren Sauerstoff umwandelt. Dabei wäre es klug, diesen Nachrichten zu erlauben, einen wütend zu machen.“

Nicht anschauen: Auf ARTE lief eine Doku mit dem schönen Titel „Umweltsünder E-Auto“. Müsst Ihr nicht gesehen haben, zumindest solltet Ihr das hier vorher lesen:

graslutscher.de: ARTE-Filmemacher wollen die Klimakrise jetzt durch Verzicht auf Windkraft und E-Autos lösen

Ein erstklassig fundierter Verriss, der so auch bei ARTE aufgeschlagen ist. Dort will sich angeblich jetzt jemand darum kümmern, wie eine Reportage ins Programm gelangen konnte, die grüne Technologien wie Elektromotoren, Solarzellen etc. zum Urheber aller Umweltschäden umerklärt.

Tübingen, Du hast es besser. Zumindest will OB Boris Palmer die Hölderlinstadt mit ihren 90.000 Einwohnern bis 2030 klimaneutral machen. Wir hoffen, dass das nahezu einmalige Projekt schnell Erfolge zeitigt – damit möglichst viele andere Städte nachziehen.

taz.de: Öko ohne Samtpfötchen

Auch über die Klimaliste BW wird intensiv berichtet. Zum Beispiel in einem Beitrag von SWR2 Wissen über Protestkultur, den es auch als Podcast gibt. Reinhören lohnt sich, es geht auch um FFF.

SWR2 Wissen: Aula – Deutschlands Protestkultur

Die Neue Rottweiler Zeitung stellt unsere Ortsgruppe Rottweil vor (starkes Foto!). Sie werden am morgigen Samstag auf dem Marktplatz ihre Unterschriftenaktion starten. Schaut vorbei, wenn Ihr in der Nähe seid!

nrwz.de: „Für Klimagerechtigkeit“ – junge Leute wollen in den Landtag

Die Esslinger Zeitung zitiert unsere Kandidatin Anne Newball Duke: „Ich will, dass meine Kinder ein gutes Leben haben“, sagt die 41-jährige Literatur- und Kulturwissenschaftlerin aus Esslingen. Und das gehe nur innerhalb der 1,5-Grad-Grenze.“

esslinger-zeitung.de: Die Klimaliste will auch in Esslingen antreten (Achtung, Paywall!)

Schönes Wochenende, und denkt dran:
„The Climate Crisis has already been solved. We already have the facts and solutions. All we have to do is wake up and change.” (Greta Thunberg)