Sonntag, 21. März 2021, 08:48 Uhr
von Uwe

Tag des Waldes: Stoppt das Sterben!

Heute ist Tag des Waldes, das ist kein Grund zum Feiern: Sturmschäden, Brände, Dürre und Schädlinge sorgen dafür, dass immer mehr Bäume sterben. Mit Blick auf die Klimakrise muss diese Entwicklung unbedingt gestoppt werden. Was können wir tun?
Bild von Pexels auf Pixabay

Bundesagrarministerin Julia Klöckner konnte ausnahmsweise nichts beschönigen. Dazu sind die Fakten im aktuellen Waldzustandsbericht ihres Ministeriums zu eindeutig. Seit dem Start der Erhebung im Jahr 1984 sei es dem Wald noch nie so schlecht gegangen, heißt es dort. 2019 und 2020 habe sich die Sterberate der Bäume deutlich erhöht. Das betreffe insbesondere ältere Bäume. Bereits jetzt müsste eine Fläche von 277.000 Hektar wieder aufgeforstet werden. Die Schadholzmenge 2020 beträgt 171 Millionen Kubikmeter.

Vier von fünf Bäume haben eine lichte Krone. Zwar gehen Wissenschaftler*innen davon aus, dass die Zahl der lichten Baumkronen den Schaden im Wald nicht exakt widerspiegelt. Doch eines steht trotzdem fest: „Die Absterberate ist überdurchschnittlich hoch“, heißt es im Waldzustandsbericht.

Die Klimakrise ist zum einen mitverantwortlich für den bedrohlichen Zustand des Waldes. Zum anderen wird sie durch das Sterben der Wälder verschärft, da diese CO2 in großen Mengen binden. Beispiel: Ein Kubikmeter Buchenholz enthält laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft
durchschnittlich etwa 340 Kilogramm Kohlenstoff. Das entspricht einer Menge von 1,25 Tonnen Kohlendioxid, die der Baum für dieses Holzwachstum der Luft entzogen hat.

Was das in Bezug auf unsere klimaschädlichen Emissionen bedeutet, verdeutlicht das Informationszentrum an einem schönen Beispiel: „Reist eine vierköpfige Familie mit dem Flugzeug von Frankfurt am Main nach Mallorca, verursacht dies rund 2.780 Kilogramm CO2-Ausstoß. Um dies zu kompensieren, benötigt es den Jahreszuwachs eines Buchenwaldes von beinahe 50 mal 50 Metern.“

Was muss also getan werden? Der BUND kommentierte zur Vorstellung des Waldschadensberichts, die Bundesregierung müsse „endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergreifen und gleichzeitig Schadstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft massiv reduzieren.“

Ganz konkret sollten auch Subventionen für Waldbesitzer*innen gestoppt werden, die ihre Wälder nicht nachhaltig bewirtschaften. Und natürlich muss mehr aufgeforstet werden, es ist allerdings ebenso wichtig, gerade alte Bäume zu schützen. Schließlich dauert es bis zu 40 Jahre, bis ein Baum seine volle Speicherkapazität für Kohlendioxid erreicht hat. Wir fordern eine naturnahe und nachhaltige Waldwirtschaft als Grundlage natürlicher und regionaler Ressourcen. Beginnend mit dem Staatswald wollen wir nicht standortgerechte Forste zu genetisch diversen, klimatoleranten und resilienten Waldsysteme umgestalten. Dabei sollen vor allem einheimische (Laub-)Baumarten einbezogen werden.

Wald-, Umwelt- und Naturschutz im Wahlprogramm der KlimalisteBW

Falls Ihr selbst handeln wollt, wendet Euch an die örtlichen Naturschutzverbände oder informiert Euch bei der Gemeinde, ob Baumpflanzaktionen geplant sind. Dafür werden oft Helfer*innen gesucht. Im Übrigen bindet auch der Rohstoff Holz noch CO2. Solltet Ihr daher einen Hausbau planen, entscheidet Ihr Euch am besten für ein Holzhaus. Denn wer mit Beton baut, schädigt das Klima weit mehr. Es sollte aber Holz aus Wäldern verwendet werden, in denen Bäume auch wieder nachwachsen können. Umweltverbände empfehlen laut utopia.de, nur Holz mit dem FSC-Siegel zu nutzen.

Und da heute Sonntag ist, empfehlen wir: Geht in den Wald! Macht Euch selbst ein Bild und wendet Euch an Eure Gemeinde, Euer Forstamt oder eine Naturschutzorganisation, um zu erfahren, wie es vor Ort um den Wald steht und was Ihr tun könnt. Damit der Wald – und wir – eine bessere Zukunft haben.