Mittwoch, 06. Januar 2021, 10:09 Uhr
von Uwe

Tote Fichten und die Kosten der Klimakrise

9 Milliarden Euro für die Lufthansa, nicht mal 1 Milliarde für den Wald: Dirk Gratzel, Initiator von „GREENZERO“, plädiert mit diesem Vergleich für die Integration der Umweltkosten in die Preise von Produkten und Dienstleistungen.

Wir verlinken und empfehlen heute einen Beitrag von Dirk Gratzel auf freitag.de.

freitag.de: Hektarweise siecht die Fichte

Der Autor erforscht hauptberuflich, wie Menschen ihre Lebensökobilanz ausgleichen können. Er ist der erste Mensch, dessen gesamter ökologischer Fußabdruck berechnet wurde.

wdr.de: Grüne Lebens-Ökobilanz – Dirk Gratzel

Hitze, Trockenheit, Borkenkäfer
Gratzel beginnt seinen Beitrag für den Freitag mit erschreckenden Fakten zum Waldsterben in Deutschland: „Die Fichte, die rund ein Viertel des Waldbestandes ausmacht, stirbt jetzt, flächig und mit einer Rasanz, die selbst die pessimistischsten Forstexperten nicht für möglich gehalten hätten.“ Als Ursache sieht Gratzel „die heißen, trockenen Perioden der vergangenen zehn Jahre mit serienweise Rekordwerten bei Hitze, Trockenheit und Borkenkäferwachstum".

Gratzel spannt den Bogen von den Möglichkeiten und Grenzen der für die CO2-Bilanz dringend nötigen Wiederaufforstung über die finanziellen Aspekte bis zum gesellschaftlichen Konzept der Nachhaltigkeit. „Das vergleichsweise harmlose Lufthansa-Wald-Beispiel zeigt, wie weit wir von dieser Nachhaltigkeit entfernt sind“, mahnt er.

Integration der tatsächlichen Umweltkosten
Im Kampf gegen die bereits jetzt waldvernichtende Klimakrise fordert Gratzel „die Integration der tatsächlichen Umweltkosten in den Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung“. Das Umweltbundesamt erfasse diese Kosten bereits. Nun gelte es, sie tatsächlich in Rechnung zu stellen. Darin, so Gratzel, liege für Deutschland die Chance, „Ökologie made in Germany“ zu produzieren: „Wer „klimaneutral“ oder gar „umweltneutral“ sein will, und das sind alle, die gern überleben wollen, der hat einen riesigen Bedarf an dieser wertvollsten aller Ressourcen. Hier mit staatlicher Lenkung einzusteigen, wäre ... ein echter Zukunftspakt.“