Freitag, 27. November 2020, 12:48 Uhr
von Uwe

Klima-Links der Woche: Black Friday, Ein VW-Mitarbeiter erzählt, Etat mal 2

Moment, Ihr habt da was verpasst! Wichtige Updates aus dem Netz rund ums Thema Klima. Diese Woche mit einem Blick hinter die Kulissen der Autoindustrie, einer Studie zu Reparaturen und dem Budget für Klimaschutzforschung.

Heute ist Black Friday,

auch Weihnachten wird dieses Jahr nicht abgesagt, höchstens der ein oder andere Familienbesuch. Das ist traurig, traurig ist allerdings auch, dass viele Menschen weiter Schnäppchen jagen und konsumieren, als gäbe es die Klimakrise nicht. Die Hersteller könnten allerdings wesentlich dazu beitragen, den Konsum zu reduzieren. Zum Beispiel, indem sie Produkte auf längere Haltbarkeit hin entwickeln oder dafür sorgen, dass diese sich reparieren lassen. Darauf weist eine Studie hin, die das Öko-Institut im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen erstellt hat. Sie hat laut einem Bericht der taz ergeben:

„Langlebige Produkte nutzen Verbraucher*innen und schonen das Klima.“

Beispiel Elektrogeräte: In der Studie steht, dass jährlich fast 4 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden könnten, wenn Produkte länger halten würden. Dabei wurde nur Fernseher, Waschmaschinen, Notebooks, E-Bikes und Smartphones untersucht. Es gibt also noch riesiges Potenzial für Optimierungen.

Mehr Infos zur Studie, unter anderem zum Sparpotenzial für Verbraucher*innen, findet Ihr im Beitrag „Je länger, desto besser“ auf taz.de.

„Ökologisch ist Autoverkehr eine Katastrophe“, sagt Lars Hirsekorn.

Eine bemerkenswerte Aussage, denn Hirsekorn arbeitet bei VW in Braunschweig. Im Interview mit der Zeitschrift „analyse & kritik“ gibt er unglaublich spannende Einblicke zum Zusammenhang von Klimaschutz und Autoproduktion. Hier nur seine Antwort auf die Frage, ob Elektromobilität den Verkehr grüner macht: „Das halte ich für Unsinn. Das Problem ist, dass die Leute glauben, sie würden sich dann umweltfreundlich fortbewegen, und deshalb ihr Verhalten nicht ändern. Auch die Politik steuert dahin. Aber die Produktion des Autos an sich ist ja schon das Problem. Bei einem Golf kommen nur bei der Herstellung schon achteinhalb Tonnen CO2 zusammen, bei einem Elektroauto fast 17 Tonnen. Wenn ich jetzt 47 Millionen Autos komplett austausche, ist das ein sehr gutes Geschäft für die Autoindustrie, aber nicht für die Umwelt.“

Das komplette Interview findet Ihr hier: „Wir können natürlich auch Beatmungsgeräte bauen“.

Die Bundesregierung will den Etat für Klimaschutzforschung verdoppeln.

Das Fördervolumen läge dann laut taz.de bei vier Milliarden Euro für die kommenden fünf Jahre. Zugleich räumte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek ein, dass die Zeit knapp wird: „Uns bleiben nur noch zehn Jahre“. Das neue Programm des Ministeriums stellt Klimaschutz, CO2-Reduktion, Naturschutz und Ressourcenverbrauch ins Zentrum, insgesamt gibt es laut taz.de „acht Handlungsfelder und 25 zentrale Aktionen – von der CO2-Entnahme aus der Atmosphäre über das Phosphorrecycling bis zur nachhaltigen Mobilität in Stadt und Land.“

Wer jetzt denkt, vier Milliarden Euro seien viel Geld, sollte sich die Rechnung von Forschungswende-Sprecherin Steffi Ober anschauen: Der Gesamtetat des Ministeriums liegt danach bei über 20 Milliarden Euro, davon entfallen laut Ober nur 776 Mio. Euro auf den Bereich „Nachhaltigkeit, Klima, Energie“. Aus ihrer Sicht reicht das nicht aus, „um die globalen Herausforderungen zu bewältigen“.

Mehr Infos gibt’s im Beitrag „Nur noch zehn Jahre Zeit“ auf taz.de.

Auch über die Klimaliste BW wird intensiv berichtet.

Dazu abschließend ein Beispiel aus der eher allgemeinen Berichterstattung…

Watson.de: „Grüner als die Grünen? Klimaliste tritt in Baden-Württemberg zur Wahl an“

…und einer von vielen Berichten, in denen unsere Kandidaten vorgestellt und zitiert werden:

Schwarzwälder Bote: „Druck von der jungen Generation“

Schönes Wochenende, und denkt dran:
Reparieren ist das neue Kaufen! :)