Freitag, 19. Februar 2021, 15:20 Uhr
von Uwe

Unser Programm fürs Klima – Teil 05: Gesunde Ernährung

Willkommen zum Wahlprogramm! In dieser Serie stellen wir Euch unsere Themen, Ideen und Lösungsansätze zur Klimakrise vor, von der Klimaabgabe bis zur Bürger*innen-Beteiligung. Wählt am 14. März die KlimalisteBW!

Bisher erschienen:
Teil 01: Klimaschutzziele
Teil 02: Energiewende
Teil 03: Mobilität
Teil 04: Landwirtschaft

Gesunde Ernährung

Überlegt Mal kurz. Habt Ihr auf irgendeinem Wahlplakat der im aktuellen Landtag vertretenen Parteien das Thema Ernährung gesehen? Natürlich nicht, denn eines ist klar: An dem Thema kann mensch sich ganz schön den Mund verbrennen. Das wissen wir spätestens seit dem 5. August 2013. Damals machte die Bildzeitung mit einer schockierenden Meldung auf, die ebenso lautstark wie falsch in der Überschrift verkündete: „Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten!“.

Die folgende Sommerloch-Debatte um den „Veggie Day“ schadete den Grünen nachhaltig, weil sie ihr Image als Verbotspartei zementierte. Das wirkt bis heute nach, obwohl sich die Partei 2014 ausdrücklich vom vegetarischen Tag distanzierte.

Ihr seht, wir sind gewarnt. Trotzdem haben wir den Punkt „gesunde Ernährung“ in unser Wahlprogramm aufgenommen. Denn es ging uns wie so oft, wenn es um die Grundlagen der Klimakrise geht: Wir konnten nicht umhin. Anders ausgedrückt: Die Zahlen verderben uns den Appetit. Produktion und Transport von Ernährungsgütern haben mit 1.100 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr einen entscheidenden Anteil an den Treibhausgasemissionen. Wer das Klima retten will, muss bei Energie und Mobilität ansetzen. Aber eben auch hier:

„Die Klimaliste Baden-Württemberg setzt sich für einen Wandel der vorherrschenden Ernährungsmuster hin zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung ein.“

Die drei Grundpfeiler der klimafreundlichen Ernährung

Wir schieben an dieser Stelle schnell einen Buchtipp ein. Der US-Autor Jonathan Safran Foer beschreibt in „Wir sind das Klima!“ unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, welchen Anteil unsere Ernährung an der Klimakrise hat. Einen Lösungsansatz liefert er gleich mit, der niemanden überfordert und trotzdem unsere Klimabilanz entscheidend verbessern könnte: Esst tierische Produkte nur noch einmal pro Tag!
Mit unserem Wahlprogramm stellen wir dieser ganz persönlichen Empfehlung drei Säulen für die Ernährungswende an die Seite:

1. Pflanzliche Ernährung priorisieren
„Ein vollständiger Ersatz tierischer Nahrungsmittel durch gleichwertige pflanzliche Nahrungsmittel würde die weltweiten Treibhausgasemissionen um ein Viertel senken.“

Pflanzliche Lebensmittel schonen Ressourcen, sind klima- und umweltfreundlicher. Wir fordern daher eine CO2-Bepreisung tierischer Produkte und werden uns im Gegenzug dafür einsetzen, dass die Mehrwertsteuer für pflanzliche Nahrungsmittel gesenkt wird. Für tierische Produkte gilt übrigens ein reduzierter Mehrwertsteuersatz – das kann nicht so bleiben!

2. Gesundes und klimaschonendes Essen leicht verfügbar machen
Die fürs Klima und uns Erdbewohner*innen beste Ernährungsweise ist die Planetary Healt Diet. Was genau das ist, erfahrt Ihr zum Beispiel in diesem „Beitrag aus der ARD-Reihe „W wie Wissen“. Auf den Einkaufszettel kommen bei der Planetary Health Diet etwa Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Selbstverständlich wollen wir keine Ernährungsdiktatur errichten. Aber die in öffentlichen Kantinen sowie in Krankenhäusern und Reha-Kliniken angebotenen Gerichte sollten den oben skizzierten Leitlinien entsprechen. Private gastronomische Betriebe können gefördert werden, wenn sie sich gemäß der Leitlinien zertifizieren lassen. Außerdem gilt: Eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel und Gerichte, die Emissionen, Landbedarf und Nährstoffkreisläufe transparent macht, ist unverzichtbar.

3. Lebensmittelverschwendung reduzieren
Seid Ihr uns bis hierher gefolgt? Oder googelt Ihr schon Rezepte für die Planetary Health Diet? Das könnt Ihr gleich machen, aber erst kommt noch ein zentraler Punkt für die Ernährungswende:

„Wir setzen uns für eine Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in allen Bereichen ein. Wir verpflichten öffentliche Einrichtungen wie z. B. Kantinen, die anfallenden, nicht mehr verkaufbaren, aber noch genießbaren Lebensmittel an die Tafeln oder an andere sogenannte „Foodsharing“-Einrichtungen zu spenden.“

Fazit: Gesunde Ernährung muss erschwinglich und überall verfügbar sein. Das würde den wichtigsten Schritt erleichtern. Denn klimafreundliches Essen fängt im Kopf an. Falls Euch die Motivation fehlt, empfehlen wir nochmals dringend das Buch von Jonathan Safran Foer. Allein die Unterzeile macht schon Appetit. Sie lautet: „Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können“.

Gesunde Ernährung – Das Kapitel im Wahlprogramm

Hier könnt Ihr Euch gleich das gesamte Wahlprogramm herunterladen.

Noch Fragen? Kontaktiert uns einfach, wir freuen uns auf Feedback und konstruktive Diskussionen rund um Klimaschutz und Klimagerechtigkeit.

Fortsetzung folgt – mit Folge 06: Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bauwirtschaft und Heizung