10 Gründe, warum ich mich vegan ernähre

von Johanna

Sich vegan zu ernähren, ich nicht nur gut fürs Klima. Was Johanna Legnar, unsere Direktkandidatin für den Wahlkreis Mannheim, bewogen hat, ihre Ernährung umzustelle, erklärt sie in diesem Beitrag.

10 Gründe, warum ich mich vegan ernähre

Ich habe mich bereits mit 13 Jahren entschieden, Vegetarierin zu werden. Seit acht Jahren ernähre ich mich vegan. Hier sind meine Gründe dafür:

1. Ich möchte nicht, dass für meinen Genuss Tiere sterben.

Dass für Fleisch Tiere sterben müssen, ist vermutlich jedem Menschen bekannt. Der hocheffiziente Mast sorgt dafür, dass sie nur etwa ein Viertel ihres natürlichen Lebensalters erreichen (dürfen) (1). Aber auch für den Milch- und Eierkonsum lassen sogenannte Nutztiere ihr Leben. Hühner und Kühe wurden so ertragreich gezüchtet, dass sie entweder viel Milch bzw. Eier produzieren oder Fleisch ansetzen. Das heißt, dass männliche Milchkühe und Legehennen wirtschaftlich unprofitabel sind, da sie weder Eier legen bzw. Milch geben noch zur Masthaltung taugen. Daher werden sie so schnell wie möglich „entsorgt“.

2. Ich möchte unnötiges Tierleid vermeiden.

Nach der Tierschutz-Nutztier-Verordnung muss eine Kuh mindestens 1,8 Quadratmeter, ein Schwein 1,0 Quadratmeter und ein Huhn 0,38 Quadratmeter „Auslauf“ zur Verfügung haben. Die Praxis zeigt: Selten hat ein Tier mehr Platz als das Minimum. Die Bilder auf den Verpackungen gaukeln uns glückliche Tiere auf einer grünen Wiese vor, doch das hat kaum etwas mit der Realität zu tun. Stattdessen stehen sie auf Gitterböden, in Kastenständen, in denen zu wenig Platz ist, um sich hinzulegen und Ferkel werden durch Gitterstäbe gesäugt. Das alles hat zur Folge, dass die Tiere ein gestörtes Verhalten aufweisen und ihre Artgenossen verletzen. Um dem vorzubeugen, werden den Tieren von Anfang an Hörner, Ringelschwänze und Schnabelspitzen entfernt, meist ohne Betäubung.

3. Ich möchte dem Welthunger entgegenwirken.

Auf 83% aller Agrarflächen wird Futtermittel für die Tierhaltung angebaut. Nach dem Umweg der sogenannten Veredelung in tierische Lebensmittel liefern diese aber nur noch 18% aller Kalorien (2). Das ist eine riesige Verschwendung, während auf der Welt 800 Millionen Menschen an Hunger leiden. Laut einer Studie könnten vier Milliarden mehr Menschen ernährt werden, wenn wir uns alle vegan ernähren würden (3).

4. Ich möchte Treibhausgase verhindern.

Die intensive Feldbewirtschaftung sorgt durch das Pflügen für die Freisetzung von CO2. Durch die Aufbringung von Gülle oder Mineraldünger auf die Äcker entsteht Lachgas, ein Treibhausgas, das 298 mal klimaschädlicher ist als CO2. Aufgrund der großen Menge an benötigtem Futtermittel multiplizieren sich diese Emissionen rasant. Durch die Verdauung der Tiere entsteht außerdem Methan, das 25 mal klimaschädlicher ist als CO2. Vor allem Kühe produzieren durch ihre vielen Mägen enorm viel davon, daher haben Butter und Rindfleisch von allen Lebensmitteln den größten Einfluss aufs Klima.

5. Ich möchte die Abholzung der Regenwälder stoppen.

Soja ist sehr nährstoffhaltig und liefert viel Eiweiß. Daher dienen 80 Prozent seines Anbaus dazu, Kraftfutter für die Tierhaltung zu erzeugen. Nur 18 Prozent des Sojas werden zu Öl und 2 Prozent zu Sojadrinks und Tofuprodukten verarbeitet (4). Da die Nachfrage immer größer wird, wird mehr Ackerfläche benötigt. Diese wird vor allem durch die Abholzung des Regenwaldes geschaffen. Die dafür eingesetzte Brandrodung setzt enorm viel CO2 frei, außerdem speichern Regenwälder große Mengen des Gases. Internationale Handelsabkommen wie das Mercosur-Abkommen begünstigen die Rodung. Der Soja für vegane Ersatzprodukte wird dagegen überwiegend in Europa angebaut.

6. Ich möchte die Umweltzerstörung nicht unterstützen.

Durch den von der Futtermittelproduktion bedingten Einsatz von Düngemittel und Pestiziden, den Einsatz von Antibiotika und die entstandene Gülle entstehen riesige Mengen von giftigen Abfällen. Diese werden teilweise ungefiltert in die Abwässer geleitet. Das wiederum sorgt für Überdüngung, Versauerung der Böden und dadurch für Artensterben und tote ozeanische Zonen.

7. Ich möchte den Eingriff in Ökosysteme verhindern.

Der Konsum von Fisch wird damit gerechtfertigt, dass Fische zumindest in freier Wildbahn leben. Doch genau die Entnahme daraus macht die Fischerei so problematisch. Die meisten Fischarten sind durch die Überfischung am Rande der Ausrottung. Daher finden größere Fische und Meeressäuger nicht mehr genug Futter. Außerdem werden Nährstoffkreisläufe über den gesamten Globus gestört, deren Tragweite gerade erst verstanden wird. Durch die Dezimierung der Küstenfische verbreiteten sich Schnecken explosionsartig und zerstören die Salzmarschen, die große Mengen CO2 binden.

8. Ich möchte mich gesund ernähren.

Eine vegane Ernährung kann helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Sie senkt die Fett- und Cholesterinwerte. Omnivore (Allesesser) nehmen mit der Nahrung Reste von Antibiotika auf, die sich in tierischen Produkten finden. Das kann im Ernstfall verhindern, dass die Medikamente wirken. Fleischesser leiden vergleichsweise häufig an Depressionen, vermutlich durch die Aufnahme von Angsthormonen der Tiere vor und bei der Schlachtung. Alle benötigten Nährstoffe können wir genauso durch pflanzliche Produkte zu uns nehmen, einzige Ausnahme ist Vitamin B12. Dieses Vitamin ist ein Produkt von Bakterien, die in tierischen Produkten leben, es stammt also nicht direkt von den Tieren. Ich halte die Möglichkeit, Vitamin B12 als Tablette zu mir zu nehmen und dadurch die aufgelisteten Folgen zu vermeiden, für eine sehr nützliche Errungenschaft.

9. Ich möchte Pandemien vermeiden.

BSE, die Vogelgrippe und Corona haben eines gemeinsam: Sie stammen alle aus der Massentierhaltung. Dicht gedrängt auf engem Raum können Viren sich wunderbar verbreiten. Und wenn dann mal ein Tier von verschiedenen Erregern infiziert ist und diese sich dieselbe Wirtszelle suchen, entsteht ein ganz neues Virus, bei dem niemand weiß, wie es sich auf die Tiere oder auf uns Menschen auswirkt.

10. Ich möchte multiresistenten Keimen vorbeugen.

Massentierhaltung heißt Massentierhaltung, weil Tiere in Massen gehalten werden. Erkrankt ein Tier, ist es häufig nur eine Frage der Zeit, bis der gesamte Bestand angesteckt ist. Um das zu vermeiden, werden viele Keime von Anfang an bekämpft. Dafür werden vorbeugend Antibiotika in großer Menge eingesetzt. Aber nicht alle Krankheitserreger werden abgetötet und entwickeln stattdessen eine Resistenz. Multiresistente Keime breiten sich aus und gelangen durch die Abwässer auch überall sonst in unseren Lebensraum. Pro Jahr sterben etwa 15.000 Menschen in Deutschland an multiresistenten Keimen (5).

Quellen
1 https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/nutztiere/lebenserwartung
2 https://science.sciencemag.org/content/360/6392/987
3 https://www.galileo.tv/food/was-waere-wenn-alle-menschen-vegan-leben-wuerden/
4 https://www.regenwald-schuetzen.org/verbrauchertipps/soja-und-fleischkonsum/was-ist-soja/
5 https://www.focus.de/gesundheit/news/bis-zu-20-000-tote-pro-jahr-krankenhauskeime-toeten-mehr-menschen-als-bisher-angenommen_id_11361256.html

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