COP26: Letzte Ausfahrt Glasgow – Der Protest muss weitergehen

von Uwe

Die Proteste gegen die Klimakonferenz COP26 beginnen bereits morgen, sie sind dringend nötig: Trotz Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen haben die 192 Staaten ihren Worten kaum Taten folgen lassen.

COP26: Letzte Ausfahrt Glasgow – Der Protest muss weitergehen

Jede*r in der Klimabewegung weiß: Bei der UN-Klimakonferenz 2015 (COP21) haben sich die meisten Staaten der Erde auf konkrete Klimaschutzziele verpflichtet. Das Abkommen ist ratifiziert. Es gibt daher eine völkerrechtliche Verpflichtung für klimarettende Maßnahmen. Die Staaten müssen alle fünf Jahre ihre Ziele anpassen und die Ergebnisse ihrer Bemühungen öffentlich machen.

Darum steht im sechsten Jahr nach Paris ganz offiziell und nachweisbar fest: Es läuft schlecht für den Planeten und für die Menschheit. Sehr schlecht.

Jede*r in der Klimabewegung weiß: Als vorrangiges Ziel wurde in Paris festgelegt, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu beschränken, möglichst auf unter 1,5 Grad. Diese Marke wurde bisher klar verfehlt, und was noch schlimmer ist: Es gibt aktuell keine Aussicht auf Besserung. Im Gegenteil. Patricia Espinosa, Leiterin des Klimasekretariats der UNO, hat sich die für Glasgow vorgelegten Pläne der einzelnen Länder angeschaut und stellt fest: Wird nicht umgesteuert, wird die Weltgemeinschaft das 1,5-Grad-Ziel klar verfehlen. Der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 wird laut einer Berechnung des  Climate Action Tracker vom Mai diesen Jahres 2,4 Grad betragen. Andere Organisationen, etwa die UN, sehen die Erderhitzung sogar bei 2,7 Grad.

Jede*r in der Klimabewegung weiß: Ohne Proteste wäre selbst die kleine Hoffnung auf eine erfolgreiche COP26 längst dahin. Der Climate Action Tracker weist in einer aktuellen Pressemitteilung darauf hin, dass „schneller Wandel immer noch möglich“ sei. Darum wird schon ab dem morgigen Freitag in Glasgow protestiert. Geplant sind Veranstaltungen und Demos, auch Blockaden soll es geben. Unter anderem werden Fridays For Future und Extinction Rebellion vor Ort sein. Für eine Großdemonstration am 5. November hat sich Greta Thunberg angekündigt.

Jede*r in der Klimabewegung weiß: Das ist natürlich nicht alles. Weltweit gehen Klimaaktivisti auf die Straßen, auch in Deutschland, wo sich bereits zum jüngsten Klimastreik über 20.000 Teilnehmer*innen in Berlin für echten Klimaschutz einsetzten. Weitere Aktionen werden folgen, während sich in Glasgow etwa 150 Regierende mit ihren Delegationen über nichts weniger unterhalten als über die Zukunft der Menschheit.

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