Klima-Links der Woche: Temperaturrekorde und schmutzige Klicks

von Uwe

(Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Im Wochenrückblick geht es um die Klimakosten der Digitalisierung, Naturkatastrophen und Flächenversiegelung. Dazu: Fleischkonsum, veganer Strom und ein Hintergrundbericht zur Zukunft der Automobilindustrie und ihrer Beschäftigten. Viel Spaß!

Klima-Links der Woche: Temperaturrekorde und schmutzige Klicks

Das wärmste Jahr in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen liegt hinter uns. Wir fürchten, der Rekord wird nicht lange halten. „In Europa war das Jahr durchschnittlich 1,6 Grad Celsius wärmer als im 30-jährigen Referenzzeitraum 1981 bis 2010 – und 0,4 Grad wärmer als das bisherige europäische Rekordjahr 2019“:
tagesschau.de: 2020 war wärmstes Jahr in Europa

Zu wenig Regen, zu viel Sonne: 2020 war außerdem in Deutschland das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen – nach 2018. Laut dem Deutschen Wetterdienst war es mehr als zwei Grad zu warm. Die Temperatur lag dieses Jahr bei durchschnittlich 10,4 Grad, 2018 bei 10,5 Grad. Meteorologen rechnen damit, dass 2020 im weltweiten Durchschnitt sogar ein Hitzerekordjahr wird.
tagesschau.de: 2020 war zweitwärmstes Jahr

Greta Thunberg hat der Deutschen Presse-Agentur zum Jahreswechsel ein Interview gegeben. Sie betonte darin die Verantwortung der reichen Länder wie Deutschland beim Kampf gegen die Klimakrise. Außerdem sagte sie, was jetzt zähle, sei sofortiges Handeln: „Wir müssen aufhören, uns auf diese vagen, entfernten und höchst hypothetischen Ziele zu fokussieren und uns stattdessen damit abfinden, dass wir uns jetzt ändern müssen.“
heise.de: Greta Thunberg: Brauchen sofortiges Handeln statt vage Klimaziele

Von 166 auf 210 Milliarden Dollar ist die Schadensbilanz für Naturkatastrophen von 2019 zum vergangenen Jahr gestiegen. Das steht im neuen Naturkatastrophenbericht des Rückversicherers Munich Re. Europa kam dabei mit Schäden in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar noch vergleichsweise glimpflich davon. Sechs der zehn teuersten Naturkatastrophen trafen die USA, die Schäden in Höhe von 95 Milliarden US-Dollar verzeichnen.
stuttgarter-nachrichten.de: Weltweite Schäden durch Naturkatastrophen gestiegen

Mehr als 50 Hektar Fläche werden in Deutschland Tag für Tag versiegelt. Der vom Bundesumweltministerium gestartete Flächenzertifikatehandel hilft dagegen kaum, stellt der Freitag fest. Autorin Kathrin Hartmann sieht aber durchaus Handlungsmöglichkeiten: „Natürlich ist es möglich, diesen Wahnsinn zu stoppen. Etwa durch Bestandsschutz und Modernisierung statt Neubau sowie eine Verkehrswende, die den Bau neuer Straßen und Autobahnen obsolet macht. Auch eine kleinteilige, regionale und ökologische Landwirtschaft würde Abhilfe schaffen.“
freitag.de: Wir fressen Fläche

Die Zukunft der Automobilindustrie und ihrer Beschäftigten angesichts von Klimakrise und E-Mobilität beschreibt ein ausgesprochen lesenswerter Beitrag der taz am Beispiel des Daimler-Werks in Berlin-Marienfelde. Dort sind 2.500 Mitarbeiter*innen beschäftigt, doch ein IG-Metall-Bevollmächtigter fürchtet: „Der Daimler will das Werk rasieren“. Max Schwenn von Fridays For Future sieht die Rolle der Aktivist*innen in diesem Zusammenhang auch kritisch. Im Beitrag wird er wie folgt zititert: „Gerade zu Beginn der Bewegung haben wir in öffentlichen Äußerungen verschlafen, dass der Kampf gegen den Klimawandel nur gemeinsam mit den Beschäftigten möglich ist".
taz.de: Wie Daimler Werke rasiert

325 Millionen Tonnen Fleisch werden weltweit pro Jahr erzeugt. Das steht im „Fleischatlas 2021“, den der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung herausgeben. Sie weisen darauf hin, dass die Tierhaltung bereits heute 15 Prozent der globalen Emissionen verursacht. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND, fordert von der Politik eine „Imagekampagne für klimafreundliche Ernährung“ sowie eine Kennzeichnungspflicht für die Tierhaltung und eine Abkehr vom Fleischexport.
tagesschau.de: Weltweiter Fleischkonsum steigt

Mit Veganstrom gegen Tierleid? Die taz berichtet über den Berliner Stromanbieter GreenStone, der mit drastischer Werbung für seinen „veganen“ Strommix wirbt. GreenStone akzeptiert nur Photovoltaik, Geothermie und Gezeitenkraft als vegan und erläutert, warum zum Beispiel Windenergie keinen Platz im Angebot habe (weil in Windanlagen Vögel und Fledermäuse zu Tode kommen). Die taz fragt sich, ob das eingeschränkte Angebot ausreicht, um Stromkund*innen sicher zu beliefern.
taz.de: Kann Strom vegan sein?

Einen nahezu ungebremsten Energiehunger sieht Christiane Schulzki-Haddouti bei den Herstellern und Anwendern rund um die Digitalisierung. Beispiel Video: Alleine die Milliarden Abrufe des Musikvideos „Gangnam Style“ auf YouTube könnten ihrer Ansicht nach dem Jahresverbrauch von 100.000 britischen Haushalten entsprechen. Weitere Beispiele und Hintergründe finden sich im Beitrag:
golem.de: Wie schmutzig ist ein Klick?


Auch über die Klimaliste BW wird intensiv berichtet. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir die Belege der gedruckten Ausgaben hier nicht zeigen. Daher begnügen wir uns mit Online-Beispielen:

suedkurier.de: Studentisches Duo wagt Schritt in die Politik: „Das Klima betrifft alle.“

schwarzwaelder-bote.de: Tina Frey kandidiert für Klimaliste Baden-Württemberg

Achtung, Paywall!

Breiten Raum räumt das Magazin BLIX im Beitrag Die Muntermacher den Kandidat*innen der KlimalisteBW in Oberschwaben ein. Wir haben zu dem Bericht daher einen Blogbeitrag erstellt:
Oberschwaben: Klimaretter*innen gesucht

vorheriger Blogbeitrag
„Koalition fürs Klima ist unverzichtbar“
nächster Blogbeitrag
Klima-Links der Woche: Wahltanz, Wahlkampf, Wahlvideo