Klima-Links der Woche: Kaffeekrise und Klimagipfel

von Uwe

Die Mississippi-Sümpfe schrumpfen durch die Klimakrise.
Bild von David Mark auf Pixabay

Im Wochenrückblick geht es um Annalena Baerbock und Joe Bidens Klimapläne. Außerdem: Infraschall, bedrohte Bohnen und eine Reportage aus dem Mississippi-Delta. Schönes Wochenende!

Klima-Links der Woche: Kaffeekrise und Klimagipfel

Themenfelder der Woche: Politik, Energie, Mobilität, Umwelt und Ernährung, Bauen und Wohnen.

Politik

Annalena Baerbock ist seit vergangenen Montag die Kanzlerinnen-Kandidatin der Grünen. Ihr schneller Aufstieg an die Parteispitze wird in diesem Porträt skizziert:
tagesschau.de: Eine, die aus dem Nichts kam

Eine Halbierung des Ausstoßes von Treibhausgasen bis 2030 hat US-Präsident Joe Biden bei dem von ihm einberufenen Gipfeltreffen zum Klimaschutz angekündigt. Die Angaben beziehen sich auf den Stand der Emissionen von 2005. Klimaschützer*innen in den USA fordern, dass die USA deutlich über dieses Ziel hinausgehen. Ihr Argument: Aufgrund seines Reichtums und der aktuell hohen Emissionen müssten die USA mehr reduzieren als der globale Durchschnitt. Der US-Präsident will zudem die Jahreszahlungen für Klimaschutz in ärmeren Ländern bis 2024 verdoppeln. Die EU hatte sich vor dem Klimagipfel darauf geeinigt, die Emissionen um 55 Prozent bis 2030 zu senken – allerdings gegenüber 1990.
Klimagipfel: USA legen vor.

Die schönste Überschrift zum globalen Klimagipfel findet sich bei der taz:
taz.de: Nur noch halb so viel heiße Luft

Erfolg für den Klimarat: In Frankreich drohen Umweltsünder*innen künftig bis zu zehn Jahre Haft, wenn sie vorsätzlich schwere Schäden anrichten. Der neue Straftatbestand heißt „Ökozid“, neben Haftstrafen sind auch Bußgelder in Höhe von bis zu 4,5 Millionen Euro vorgesehen. Der französische Klimarat hatte die Maßnahme erarbeitet und vorgeschlagen.
tagesschau.de: „Ökozid“ soll Straftatbestand werden

Gute Klimapolitik ist gut für die Wirtschaft, stellt Christian Stöcker fest. Der Kolumnist wirft Armin Laschet und anderen Politiker*innen vor, dass sie keinen klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft wollen. „Dass gute Klimapolitik schlechte Wirtschaftspolitik ist, ist aber, volkswirtschaftlich und mittelfristig betrachtet, absoluter Unsinn“, schreibt Stöcker. Wer das trotzdem behaupte, vertrete nur die Interessen von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle keine Zukunft hätten. Als Beispiele nennt er die Kohle- und die Automobilindustrie.
spiegel.de: Warum gute Klimapolitik Deutschlands Zukunft sichert

Energie

Ende der Infraschall-Lüge: Gegner*innen der Windenergie bezogen sich immer wieder auf einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. Darin wurde behauptet, Windkraftanlagen könnten Infraschall von mehr als 100 Dezibel Lautstärke erzeugen. Auch zahlreiche Medien zitierten die Studie, andere wissenschaftliche Erkenntnisse wurden dagegen ignoriert. Doch jetzt hat sich die BGR endlich offiziell korrigiert: Die angebliche Lautstärke wurde komplett falsch berechnet, jetzt sollen neue Messungen vorgenommen werden. Zeit Online zitiert Martin Hundhausen, Physik-Professor aus Erlangen. Er sagt, der Infraschall sei in der BGR-Studie um den Faktor 10.000 zu hoch angesetzt worden.
zeit.de: Viel Lärm um nichts

Neue Regelungen für Tierschutz und Windräder: Die Bundesregierung plant einheitliche Standards für den Artenschutz, die beim Bau von Windrädern gelten sollen. Das könnte Genehmigungsverfahren beschleunigen.
taz.de: Frischer Wind

Solaranlagen statt Nord Stream 2: Annemarie Botzki, Kampagnenleiterin bei WeMove Europe und aktiv bei Extinction Rebellion, appelliert in einem taz-Gastkommentar an die Bundesregierung, den Bau der umstrittenen Pipeline zu stoppen: „Was wir brauchen, ist eine dezentrale Energiewende.“
taz.de: Mit Erdgas in den Klimaabgrund

Klimaschützer bespitzelt? Dem österreichischen Ölkonzern ÖMV wird vorgeworfen, die Umweltorganisationen Greenpeace und Fridays for Future im Land ausgespitzelt zu haben. Dafür habe ÖMV eine Security-Firma beauftragt. Das Unternehmen sagt, es betreibe lediglich Pressebeobachtung.
taz.de: Mit MI6-Agenten gegen Greenpeace

Mobilität

Gießen, Darmstadt und Bremen zeigen, wie sich beim Verkehr langsam aber sicher die Prioritäten verschieben – vom Auto zum Fahrrad. Eine Reportage über Pop-up- und Schnellradwege, über Bündnisse für eine Verkehrswende und Investitionen: Der Bund gibt bis 2023 immerhin etwa 1,46 Milliarden Euro für den Radverkehr aus.
freitag.de: Da dreht sich was!

Umwelt und Ernährung

Rekordtiefstand der arktischen Meereseisdecken, Waldbrände in Sibirien, Überschwemmungen in Frankreich: Der Bayerische Rundfunk fasst zusammen, wie sich die Klimakrise im vergangenen Jahr verschärft hat. Am gravierendsten wirkt sich die Erderhitzung in den Regionen nördlich des Polarkreises aus.
br.de: Klimawandel in Europa: 2020 – Jahr der traurigen Rekorde

Wenn der Wald dem Klima hilft, sollen die Besitzer*innen laut einem Beschluss des Bundestages künftig Prämien erhalten. Umweltorganisationen kritisieren, dass im Bundeswaldgesetz nicht definiert ist, welche ökologischen Mindeststandards gelten.
taz.de: Geld fürs Wachsen

Ein einzigartiges Ökosystem ist durch die Klimakrise in Gefahr: Der steigende Wasserspiegel im Mississippi-Delta vernichtet die Sumpfgebiete, in denen seltene Fisch-, Amphibien- und Vogelarten leben.
tagesschau.de: Landunter im Mississippi-Delta

Hochwertige Bohnen geben den besten Kaffee. Dass ausgerechnet sie in Äthiopien vom Klimawandel bedroht sind, hat ein Team von Wissenschaftler*innen ermittelt. So wird die Kaffeesorte Yirgacheffe etwa 40 Prozent ihrer Anbaufläche einbüßen, wenn die Temperaturen weiter steigen.
taz.de: Klimawandel schadet Bohnen

Bauen und Wohnen

Vermieter und Mieter sollen sich die Kosten für die CO2-Abgabe teilen. Doch die CDU blockiert den Vorschlag. Wirtschaftsminister Peter Altmaier will unter anderem verhindern, dass private Vermieter zu stark belastet werden – gegen Belastungen für die Mieter hat er scheinbar nichts einzuwenden.
spiegel.de: Union blockiert Entlastung von 23 Millionen Mietern

Macht's gut – und hier noch ein Tipp: Dorothee Häußermann stellt in diesem Lesestück die THRIVE Agenda vor, die in der Debatte um den Green New Deal ein intersektionales Verständnis von Krisen einbringt und damit gesellschaftliche Spaltung überwinden möchte. Sehr aufmunternd und damit perfekt fürs Wochenende!
rosalux.de: Ein größeres Zelt

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