Klimaretter Wald: Heiße Diskussionen um die Nutzung (mit Veranstaltungs-Tipp)

von Uwe

11,4 Millionen Hektar Wald: Deutschland gehört zu den waldreichsten Ländern der EU. Als natürlicher CO₂-Speicher gehört Holz zu den wichtigsten Ressourcen im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Doch wie lässt er sich am besten nutzen?

Klimaretter Wald: Heiße Diskussionen um die Nutzung (mit Veranstaltungs-Tipp)

Wir sprechen darüber mit einem Experten – und Ihr könnt dabei sein. Der Diplom-Forstwirt Volker Ziesling gibt einen Überblick über die Ökosystemdienstleistungen unserer Wälder und seine Bedeutung für den Klimaschutz. Außerdem beleuchtet er die aktuellen Konsequenzen geplanter Maßnahmen vor Ort.

Volker Ziesling ist Ansprechpartner der AG Wald von Greenpeace Mannheim-Heidelberg, Mitbegründer und Sprecher der Bürgerinitiative „Waldwende JETZT!“ sowie Mitglied der AG Wald im Umweltforum Mannheim.

Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, mit Volker Ziesling und zwei unserer Direktkandidat*innen für die Bundestagswahl 2021 zu diskutieren – Dr. Friederike Benjes (Heidelberg) und Johanna Legnar (Mannheim).

Waldwende oder Waldende

Vortrag mit Diskussion
mit Diplom-Forstwirt Volker Ziesling
am Dienstag, 31. August 2021 um 19 Uhr
LINK ZUM VORTRAG FOLGT IN KÜRZE

Ein Interview mit Volker Ziesling über Waldschäden, Holzproduktion und die Zukunft des Waldes in der Klimakrise findet Ihr hier.

Hintergründe: Wald nutzen – aber wie?

Die Tagesschau beschreibt aktuell den Glaubenskampf um den Wald, bei dem sich unter anderem traditionelle Forstwirte und Verfechter einer ökologischen Waldwende gegenüberstehen. So vertritt das von Julia Klöckner geführte Landwirtschaftsministerium die Interessen der Waldbesitzer. Etwa die Hälfte des deutschen Waldes ist Privateigentum. Die Besitzer berufen sich laut Tagesschau auch auf Wissenschaftler*innen, „die den Wald als Forst verstehen, also als bewirtschaftete Fläche“.

In Opposition zu Julia Klöckner steht wieder einmal Umweltministerin Svenja Schulze. Sie unterstützt Waldökolog*innen wie Peter Wohlleben („Das geheime Leben der Bäume“), die Forstwirtschaft als Problem sehen, das in der Klimakrise dramatische Auswirkungen haben kann. Naturnahe Wälder speichern mehr Wasser und heizen sich nicht so stark auf. Ein alter Wald, der naturbelassen wurde, speichert wesentlich mehr Kohlendioxid als ein junger Wirtschaftswald. Dessen Holz wird allerdings für ökologisches Bauen benötigt, etwa im Hausbau. Würde die Bewirtschaftung eingeschränkt, müsste Holz importiert werden – über klimaschädliche Transportwege. Zugleich würden voraussichtlich alte Wälder in anderen Regionen abgeholzt, etwa in Osteuropa.

Was beide Seiten nicht bestreiten: Dem Wald geht es schlecht und immer schlechter. Schuld sind Trockenheit und Hitze, die auch die Ausbreitung des Borkenkäfers befördern. Die in der Forstwirtschaft beliebten Fichten-Monokulturen sind besonders wehrlos gegen Schädlinge und Umwelteinflüsse. Doch wie lassen sich Wald bzw. Forst nachhaltig bewirtschaften, so dass ausreichend Holz produziert werden kann? Wir freuen uns darauf, diese und andere Fragen am 31. August mit Volker Ziesling zu diskutieren – und wir hoffen, Ihr seid dabei.

Weiterführender Link:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Der Wald in Deutschland. Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

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