Klimastreik am 24. September: Laut, global und unverzichtbar!

von Uwe

Das erbärmliche Wahlgeplänkel der großen Parteien hat klar gemacht: Wirksamer Klimaschutz muss auf der Straße erkämpft werden. Die beste Gelegenheit bietet der Klimastreik am kommenden Freitag.

Klimastreik am 24. September: Laut, global und unverzichtbar!

Hier gibt's alle Infos zum Klimastreik.

Weit über 400 Aktionen sind in ganz Deutschland geplant. Ihr findet sie auf der oben verlinkten Website oder in den Ankündigungen Eurer lokalen Medien.

Schaut nach, redet darüber, macht mit!

Im September 2019 waren 1,4 Millionen Menschen in Deutschland dabei, als für den Klimaschutz demonstriert wurde. Dieses Jahr gilt es, ein ähnliches Zeichen zu setzen, denn die Lage hat sich seither nicht verbessert.

Das hat nicht nur der Wahlkampf gezeigt, in dem sich insbesondere die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD um klare Bekenntnisse zu den notwendigen Maßnahmen (Kohleausstieg sofort, Verkehrswende, etc.) herumgedrückt haben. Wir haben auch den UN-Klimabericht vor Augen, der vorhersagt, dass wir bei einer Erderhitzung von 2,7 Grad landen werden, sollte das Umsteuern nicht umgehend beginnen.

Dass schnelles Handeln unverzichtbar ist, hat auch die Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts deutlich gemacht. Das Gericht hat es quasi untersagt, dringend notwendige Veränderungen immer wieder in die Zukunft zu verschieben. Darum wurde in aller Eile das „Klimaschutzgesetz“ optimiert, das zwar Sektorenziele vorgibt, sich um konkrete Maßnahmen aber wieder herumdrückt, wie wir gezeigt haben.

Bundestagswahl im Blick

Diese Woche entscheidet darüber, ob wir noch eine Chance haben, das im Pariser Klimaabkommen festgelegte Ziel der 1,5-Grad-Grenze zu erreichen. Zumindest in Deutschland, denn mit der Bundestagswahl am Sonntag werden die Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Es gilt jetzt, den Politiker*innen zu zeigen, dass Zögern, Fossil-Lobbyismus und bloße Versprechungen nicht tolerierbar sind. In Berlin, wo Greta Thunberg am Freitag mit demonstrieren wird, ebenso wie bei uns in Baden-Württemberg.

Nur ein Beispiel: In Ludwigsburg sind Fridays for Future und Campus for Future schon seit Montag auf der Straße. Mit einem Klimacamp auf dem Rathausplatz machen sie auf die dramatische Lage aufmerksam: Die Flutwasser-Katastrophe hat hautnah gezeigt, welche Auswirkungen die Klimakrise hat, auf der anderen Seite enttäuschen die Wahlprogramme aller etablierten Parteien, weil sie keine Maßnahmen beinhalten, mit denen sich die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzen ließe.

Wir haben in unserem Wahlprogramm zur Landtagswahl 2021 die nötigen Schritte aufgezeigt – und wir streiken am Freitag mit, um sie noch einmal in die Öffentlichkeit zu bringen.

Unsere Direktkandidierenden treten ein für

- eine angemessene CO2-Bepreisung,

- ein Klimageld für Bürger*innen, das aus einer Klimaabgabe finanziert wird,

- die Einrichtung eines wissenschaftlichen Klimarates und eines Bürger*innen-Rates zum Klima,

- ein schnellstmögliches Ende der fossilen Stromerzeugung,

- einen sofortiger Stopp der Subventionen für die Nutzung fossiler Energien zur Stromerzeugung sowie für den mit diesen Energien angetriebenen Verkehr,

- eine Photovoltaik-Pflicht für alle geeigneten Dachflächen,

- den schnellen Ausbau des Schienennetzes und das 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr,

- Maßnahmen zur nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Landwirtschaft und zum Tierschutz,

- die vollständige Umstellung der Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien bis 2030. 

Der weltweite Klimastreik am 24. September ist ein erneuter globaler Weckruf. Sorgen wir dafür, dass er unüberhörbar wird. Wir sehen uns auf der Straße! Übrigens: Die KlimalisteBW feiert am 24. ihren ersten Geburtstag. Wer mit uns wirksamen Klimaschutz ins Parlament tragen will, ist herzlich eingeladen. :)

vorheriger Blogbeitrag
Klimaschutzgesetz: Was taugt die Neuauflage?
nächster Blogbeitrag
Koalitionsvertrag: Ein Desaster, das uns die Zukunft kosten kann