Klima-Links der Woche: Schluss mit den Ausreden!

von Uwe

Im Wochenrückblick geht's um die Flutkatastrophe, die Skandale von Armin Laschet und das Klimaschutzgesetz der baden-württembergischen Landesregierung. Außerdem: Claudia Kemfert, die Klimabilanz von Elektroautos und Korallenriffe. Schönes Wochenende!

Klima-Links der Woche: Schluss mit den Ausreden!

Themenfelder der Woche: Politik, Geld und Gerechtigkeit, Aktionen, Energie, Mobilität, Umwelt und Ernährung

Thema der Woche: Flutkatastrophe und Klimakrise

„Das Klimadesaster findet vor der Haustüre statt“, stellt die taz fest und schließt daraus, dass alle bisherigen Ausreden der Klimaschutz-Verhinderer jetzt Makulatur sind. Es gelte, jetzt zu handeln und nicht nur Ziele für 2040 oder 2050 festzulegen.
taz.de: Das unbewohnbare Haus

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident, fordert einen „Klima-Ruck“, und er ist nicht der einzige, der nach der Flutkatastrophe zum sofortigen Handeln mahnt.

Neben der Frage, welche Maßnahmen zum Klimaschutz jetzt getroffen werden müssen, wird auch der Vorwurf, die Politik habe Warnungen vor dem Starkregen ignoriert, heftig diskutiert. Die britische Hydrologin Hannah Cloke, die das europäische Frühwarnsystem Efas mitentwickelt hat, sagte, die deutschen Behörden seien bereits Tage im Voraus vor möglichen Überschwemmungen gewarnt worden.

Kommentar in der Kontext Wochenzeitung aus Stuttgart: „Wer jetzt nicht umsteuert, hat sich für Regierungsämter disqualifiziert“.

Unser Kommentar und mehr Hintergründe im Blog

Und unsere Frage: Wie reagieren Aktivisti auf die anhaltende Realitätsverweigerung von Politiker*innen wie Armin Laschet?

Politik

Geld für Corona – aber nicht fürs Klima? Die baden-württembergische Landesregierung hat ihren Nachtragshaushalt verabschiedet und kann nun 1,2 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Dies wird möglich, weil die Schuldenbremse bei Naturkatastrophen ausgesetzt werden kann. Merkt Ihr was? Dieselbe Vorgehensweise wäre auch bei den dringend erforderlichen Maßnahmen für den Klimaschutz möglich. Doch Winfried Kretschmann denkt nach wie vor nur ans Sparen. Er will die 1,2 Milliarden nur im Notfall ausgeben – und 2022 wieder ohne neue Schulden auskommen.
swr.de: Grün-Schwarz drückt Nachtragshaushalt mit neuen Schulden im Landtag durch

Solaranlagenpflicht ab 1. Mai 2022: Das ist die wichtigste Regelung im neuen Klimaschutzgesetz, das die Landesregierung diese Woche im Landtag vorgestellt hat.
swr.de: Grün-Schwarz bringt Klimaschutzgesetz in den Landtag ein

Innerhalb der G20-Staaten gibt es enorme Unterschiede, was die Bereitschaft zu Maßnahmen gegen Umweltzerstörung und für mehr Klimaschutz angeht. Das wird auch beim aktuellen Treffen in Neapel deutlich.
tagesschau.de: Zähes Ringen um mehr Klimaschutz

Im ARD DeutschlandTrend wurde diese Woche auch nach den Einstellungen zum Klimaschutz gefragt. Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit der Deutschen sieht aktuell sehr großen (38 Prozent) oder großen (43 Prozent) Handlungsbedarf.
tagesschau.de: Mehrheit sieht Handlungsbedarf beim Klimaschutz

Die Skandale des Armin Laschet aus vier Jahren Amtszeit in Nordrhein-Westfalen reichen von der Auflösung der „Stabsstelle Umweltkriminalität“ über die Räumung des Hambacher Forsts bis zum Krisenmanagement. Eine Chronik.
t-online.de: Das Ende des Teflon-Kandidaten

Tipps für Annalena Baerbock: Als „zu prätentiös und geschwollen“ kritisiert Peter Unfried, Chefreporter der taz, die Wahlkampagne der Grünen. Sie müssten es schaffen, das Vertrauen in eine ernsthafte Klimapolitik in der Gesellschaft auszubauen.
taz.de: Eine andere Baerbock

Ganz ähnlich fällt auch das Fazit aus, das der Freitag aus der Flutkatastrophe mit Blick auf die Wahlchancen von Annalena Baerbock zieht. „Mehr Mut zur Radikalität in der Sache“, also beim Thema Klimaschutz, würde ihr die letzte Chance auf den Einzug ins Kanzleramt geben.
freitag.de: Nach Laschet die Sintflut

Geld und Gerechtigkeit

Soziale Ungerechtigkeiten zu verhindern, genau darum gehe es beim Klimaschutz, schreibt Energieökonomin Claudia Kemfert. Bei den Kosten der Klimakrise müsse das Verursacherprinzip gelten. Außerdem plädiert sie für eine Klimaprämie, die Haushalte mit geringerem Einkommen entlasten könnte.
energiezukunft.eu: Kluger Klimaschutz führt zu sozialer Gerechtigkeit

Aktionen

Klimacamp in Stuttgart: Das Aktionsbündnis "Kesselbambule" hat das Camp im Stuttgarter Stadtgarten organisiert. Vom heutigen Freitag bis zum Sonntag werden mehrere hundert Teilnehmer*innen erwartet. Nach Angaben der Veranstalter soll Klimagerechtigkeit im Fokus des Camps stehen.
Hier gibt's alle Infos zum Klimacamp Stuttgart

Katrin Henneberger, Klimaaktivistin aus dem Rheinland, hilft bei den Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe – und macht ihrem Zorn über das Versagen der Politiker*innen in der Klimakrise Luft.
freitag.de: „Sirenen gab es nicht“

Mobilität

Neue Studie zur Klimabilanz von Elektroautos: Die NGO International Council Of Transportation (ICCT) sagt, dass die Stromer inzwischen deutlich klimafreundlicher sind als Verbrenner. Beispiel EU-Kompaktklasse: Hier werden 66 bis 69 Prozent weniger Treibhausgase frei. Einbezogen wurde die gesamte Lebensdauer der Autos, Herstellung inklusive.
spiegel.de: Elektroautos bauen Klimavorteil aus – Wasserstoff hat ein Problem

Das teilweise Verbot von Inlandsflügen in Frankreich ist jetzt vom französischen Parlament als Teil eines Klimapakets verabschiedet worden. Geflogen wird nicht mehr auf Strecken, für die es eine Zugverbindung von höchstens zweieinhalb Stunden gibt.
tagesschau.de: Frankreich verbietet viele Inlandsflüge

Umwelt und Ernährung

Starkregen in der chinesischen Provinz Henan: Das ganze Ausmaß der Katastrophe lässt sich nicht abschätzen, weil die chinesische Regierung Berichte und Social-Media-Beiträge zensiert.
taz.de: Der Klimawandel kennt keine Zensur

Waldbrände in den USA: 1500 Quadratkilometer Wald wurden alleine im Bundesstaat Oregon ein Opfer der Flammen.
tagesschau.de: Rauchschwaden bis nach New York

Auch in der sibirischen Region Jakutien ist kein Ende der riesigen Waldbrände abzusehen.

180 neue Gletscherseen sind zwischen 2006 und 2016 in den Schweizer Alpen entstanden. Ursache ist die durch die Erderhitzung verursachte Gletscherschmelze, berichtet das schweizerische Wasserforschungsinstitut Eawag.
tagesschau.de: 180 neue Gletscherseen in den Alpen

Auf dem 14. Internationalen Korallenriff-Symposium haben Forscher*innen in einem Positionspapier vor einem weltweiten Absterben der Riffe gewarnt. 30 Prozent seien bereits verloren, 40 Prozent massiv bedroht. Die Wissenschaftler*innen fordern unter anderem, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
tagesschau.de: Forscher fordern Schutz für Korallen

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