urgewald e.V.: Die Finanzbranche muss beim Klimaschutz mitziehen!

von Guido Mennicken

Zu Recht hat die Klimabewegung die Finanzbranche in den Blick genommen. Es gibt sogar ein sehr schönes Beispiel dafür, dass sich Überzeugungsarbeit in diesem Bereich auszahlen kann. Wir stellen es vor.

urgewald e.V.: Die Finanzbranche muss beim Klimaschutz mitziehen!

Bestimmte Transaktionen entscheiden, ob wir die sozial-ökologische Transformation noch rechtzeitig schaffen können. Wir möchten Euch heute daher auf eine besonders effiziente NGO (non-governmental organization bzw. Nichtregierungsorganisation) aufmerksam machen, die sich schon lange für diesen Ansatz engagiert:

urgewald e.V.

Könnt ihr euch vorstellen, dass eine kleine Organisation – nicht größer als euer lokaler Fußballverein – klimaschädliche Investitionen in Höhe von 13 Milliarden EUR(!) zu  klimafreundlichen Unternehmen umleiten kann? Unmöglich? Denkste! urgewald e.V. hat – mit Hilfe seiner Spender- und Unterstüzer*innen – genau das geschafft!

Durch hartnäckige Recherchen, die Aufstellung klarer Investitionskriterien und jede Menge öffentlichen Druck konnte urgewald fünf der größten Investoren von einem weltweiten Rückzug aus der Kohleindustrie überzeugen. Diese „Divestments“ werden einen großen Effekt auf die Energiewirtschaft insgesamt haben und den neuen Benchmark für andere Investoren setzen. urgewald will auch weiterhin Druck machen, damit Investoren nicht wieder hinter diesen Benchmark zurückfallen!

Im Einsatz fürs Klima und gegen Waffenproduzenten

Das Unterbinden von Investitionen in menschen-, natur- oder klimafeindliche Industriezweige wendet urgewald auch gegen Waffenproduzenten an, insbesondere gegen Hersteller von Streumunition. Außerdem engagieren sich die Mitglieder gegen Atomenergie und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse. urgewald selbst hat sich zu sehr hohen Standards hinsichtlich Transparenz, ethischer Leitlinien und einem verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern verpflichtet.

Die aktuelle Mitmach-Kampagne der NGO heißt „Banks against Future“. Dabei geht es darum, dass Bankkund*innen Druck auf die Geldinstitute machen und sie auffordern, endlich harte Kriterien für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und ethisches Wirtschaften festzulegen. Diese Kriterien sollen künftig die Grundvoraussetzung für jede Investitionsentscheidung sein. Institute wie Deutsche Bank, Commerzbank oder die Sparkassen und Landesbanken müssen hier nach Ansicht der Mitglieder von urgewald endlich liefern!

Der Ansatz von urgewald ist bestechend logisch und effektiv. In unserem bestehenden Wirtschaftssystem ist Geld nun einmal der Treibstoff: „Money makes the world go round“. Transparente Standards für Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen und den Schutz der Umwelt sind daher unerlässlich. Diese  Nachhaltigkeitskriterien können zudem auf Versicherungen angewendet werden und stellen einen wirksamen Hebel dar – vereinfacht gesagt, kann es ohne Kohlekraftwerks-Versicherung nun einmal kein Kohlekraftwerk geben.

urgewald gelingt es so, mit jedem gespendeten Euro einen überraschend großen Effekt an den Finanzmärkten zu erzielen – für Nachhaltigkeit und Klimaschutz!

Wir wünschen urgewald daher weiterhin viel Erfolg bei der Umleitung der nächsten Milliarden (was für Summen) – raus aus der Kohle – rein in Erneuerbare und andere sozial-ethische Unternehmungen!

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