Trotz meines technisch geprägten Studiums beschäftigten mich die überall sichtbaren Folgen des Klimawandels derart, dass ich über das Bündnis 90/die Grünen zu Extinction Rebellion und schließlich zur Klimaliste kam. Von einem autoverrückten Jugendlichen ( u.a. Opel Kadett C Coupe, natürlich tiefer und Sportauspuffanlage, Einspritzmotor, offener Luftfilter, damals schraubte man halt noch selbst… ) wurde ich durch das Studium Maschinenbau/Fahrzeugtechnik in Esslingen zu einem Versuchsingenieur im Bereich der Kraftstoffanlage bei Porsche im Entwicklungszentrum Weissach im Schwabenland. Nach 23 Jahren kündigte ich dort. Es war Zeit, zu gehen. Ich wollte wieder zurück ins badische Rebland, in die Heimat. Beruflich kam ich bei einem Kraftstoffbehälter-Lieferanten in Rastatt unter. Zurück im Rebland entdeckte ich meine Liebe zu Natur, der Dorfgemeinschaft, Nachbarschaftshilfe, aber ich sah auch den austrocknenden Steinbach, vertrocknete Rasenflächen, brachliegende Reben, Äpfelbäume, um die sich keiner mehr kümmert, mit Autos vollgeparkte Straßen und Menschen, die für 500 m zum Bäcker das Auto nehmen. Ich kaufte mir E-Bike und E-Auto. Ja, ich weiß schon, das ist nicht die Lösung für die Klimakrise, aber mein altes Auto war Schrott, und ich schaffe es leider noch nicht, auf das Auto zu verzichten, was aber auch in dem ungenügenden öffentlichen Nahverkehr liegt und den hohen Fahrkartenpreisen. Ich trat bei „Bündnis 90 – die Grünen“ ein, kandidierte für Ortschafts- und Gemeinderat, und nahm an den Arbeitssitzungen des Grünen-Arbeitskreises im Rebland teil. Nur leider musste ich erkennen, dass man dort nichts (mehr) bewirken kann, bzw. dort auch das große Ziel, der Klimaschutz, aus dem Augen verloren wurde. Ich „stolperte“ über die Anfrage zur Gründung einer Ortsgruppe von Extinction Rebellion (XR). Das war genau das, was ich suchte. Ich trat bei den Grünen aus, und wurde Mitglied bei XR Baden-Baden. Wir hatten einige schöne Aktionen zusammen, nur leider war die Teilnehmerzahl an den Aktionen zu gering, um was richtig „Großes“ zu machen. Dann kam Covid-19, und XR versumpfte im Virus-Wahn.
Aber jetzt ist die Zeit gekommen, um was zu bewirken – mit der Klimaliste.
Ich persönlich sehe die Lösung darin, das Autofahren unattraktiv zu machen ( Kraftstoffpreise und KFZ-Steuern erhöhen, den öffentlichen Nahverkehr ausbauen und kostenlos machen ), die Warentransporte müssen runter von der Straße, auf die Bahn, und es muss attraktiver werden, regional zu kaufen ( dazu muss der LKW teurer werden, u.a. auch durch höhere Dieselpreise und/oder Steuern. Genauso muss natürlich das Kerosin für die Flugzeuge deutlich teurer werden ). Außerdem müssen wieder regionale, kleine Einkaufsmöglichkeiten, wie z.B. Dorfläden oder kleinstädtische Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Energiewende muss her – weg von Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken ( die ja eh nur noch durch Subventionen rentabel sind, dieses Geld ist woanders besser angelegt ), hin zu erneuerbaren Energien ( Windkraft - wo sinnvoll, Fotovoltaik mit Energiespeicher, Wasserkraft, … )
Mein großes Ziel ist, ohne Auto auszukommen und bis 2022 einen Dorfladen mit Kaffee in Neuweie r im Rebland zu eröffnen. Waren unverpackt oder nur in Karton, Glas oder Blech. Der Abfall aus dem Kaffee darf ebenso nur Papier, Karton, Glas oder Blech sein, was zu 100% recyclingfähig ist. „Echter“ Ökostrom oder optimaler Weise eine Fotovoltaikanlage mit Energiespeicher soll verwendet werden. Die Heizung muss natürlich auch klimaneutral sein.

Michael Fritz


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