Warum habt ihr keinen eigenen Balken in den Umfragen?

Kleinparteien, die noch nie in einem Parlament waren, haben es in den Umfragen schwer. Das hat System, hier erklärt.

Bei Umfragen im politischen Bereich, meistens der sogenannten „Sonntagsfrage“, werden üblicherweise um die 1 000 Menschen befragt, welche Parteien sie „wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären“. Diese Frage kann man offen stellen, also keine Antwortmöglichkeiten vorgeben, sondern nur zuhören – oder man stellt sie mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten.

Um in den Umfragen dann mit 1 % aufzutreten, wäre es nur nötig, dass 10 Menschen den Namen der Partei angeben oder eine vorgegebene Auswahl bestätigen. Das ist ziemlich wenig, der statistische Fehler, dass diese Auskunft nicht wirklich repräsentativ ist, ist viel größer als dieses eine Prozent.

Deswegen geben große und seriöse Umfrageinstitute (wie z.B. infratest dimap) normalerweise nur Parteien an, die bundesweit schon im Parlament vertreten sind (Die Linke) oder eben andere Parteien, wenn sie signifikant über mindestens 3% kommen. Alle anderen werden unter "Sonstige" summiert.

Freie Wähler?

Jetzt kommt ihr bestimmt und sagt: "Aber die Freien Wähler …". Ja, die Freien Wähler haben bei den Umfragen der INSA manchmal einen Balken mit 1 oder 2%. Dabei sind die Freien Wähler genau so wenig wie die Linke im baden-württembergischen Landtag vertreten – aber da die Linke in vielen Landesparlamenten und die Freien Wähler zumindest in Bayern im Landesparlament sitzen, werden diese Parteien doch erfasst.

Was kann man nun daraus schließen?

Da man bei keiner der Umfragen die Rohdaten bekommt und so selbst analysieren könnte, kann man aus den Umfragen bezüglich kleinerer Parteien wenig schließen.

Weitere Informationen zu den Umfrage, den Kleinparteien, den Freien Wählern und den Balken gibt es z.B. hier:
Bundestagswahl 2021: Umfragen, Prognosen und Projektionen
Zur Ausweisung kleinerer Parteien im Politbarometer

Versuch einer Visualisierung, wie der Antritt der KlimalisteBW zu einer Steigerung des Anteils am Klimaschutz interessierter Parteien geführt hat. Die 3% Steigerung bei Sonstige mit unseren Farben als unser Verdienst zu visualisieren, ist viel mehr Wunschdenken, als aus den Fakten zu folgern.